Der Roboter ist über Kopf auf einer Bodenbahn montiert.

Kleine Losgrössen effizient schweissen

Vaterlaus Schweisstechnik AG

Als zukunftsorientierter Partner für Stahl- und Hochbaulösungen legt Schwevers aus D-47546 Kalkar grossen Wert auf innovative Lösungen im Industrie- und Gewerbebau. Mit der intelligenten Roboteranlage von CLOOS überzeugte das Unternehmen nicht nur die Kunden durch die gewohnt professionelle Abwicklung der Projekte, sondern auch die Mitarbeiter. Dank des minimalen Programmieraufwandes und der einfachen Bedienung von QIROX RoboScan können heute auch Werkstücke in Losgrösse 1 automatisiert geschweisst werden.

Ich habe mich auf die Anlage gefreut, sagt Maximilian Vogt, der als Anlagenbediener noch keine Erfahrung mit Roboteranlagen hatte. «Das System war so einfach zu verstehen, dass ich es bereits nach einem Robotergrundlehrgang bedienen konnte. Und es macht wirklich Spass, damit zu arbeiten.» Bis Ende Januar kannte er nur die Handschweissung und begrüsste die Entscheidung des Unternehmens am Niederrhein, den Arbeitsalltag durch eine automatisierte Lösung in der Fertigung zu vereinfachen.
Der Spezialist für Lager- und Produktionshallen verlegte 2012 seinen Standort von Geldern nach Kalkar, um auf dem rund 21’000 m2 grossen Grundstück mit zurzeit 63 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern höchsten Ansprüchen gerecht zu werden. Über 60 Prozent der Geschäftspartner des alteingesessenen Unternehmens sind Bestandskunden, die – von der Beratung bis zur Montage und Ausführung – die Erfahrung und Kompetenz von Schwevers im kosten- und qualitätsbewussten Hallenbau zu schätzen wissen. Von der Konzeption bis zur schlüsselfertigen Halle bietet das Unternehmen funktionale, flexible und kreative Bauvorhaben mit Stahl.
Im November 2020 wurde die Roboteranlage von CLOOS montiert, um mit QIROX RoboScan auch in kürzester Zeit Programme für das automatisierte Schweissen zu erzeugen. Seit Ende Januar 2021 ist die für ihre Anforderungen individuell entwickelte Anlage in der Fertigung im Einsatz.

Neue Technologie begeistert die Mitarbeiter
Es ist die erste Roboteranlage für die Schwevers Stahlhochbau GmbH & Co. KG. Daher war es dem Unternehmen wichtig, dass die vollautomatische Anlage höchste Sicherheitsanforderungen erfüllt. Darüber hinaus achteten die Entscheider darauf, dass die Anlagenbediener keine detaillierten Roboterkenntnisse besitzen müssen, um mit QIROX RoboScan arbeiten zu können. Mit der Investition reagiert der Hallenbauer auf den Wandel im Zuge der Digitalisierung und möchte frühzeitig neue technologische Möglichkeiten nutzen, um Erfahrungen im Bereich Automation sammeln zu können.
Die Roboteranlage erweitert den Bestand der vorhandenen 16 Schweissstromquellen von CLOOS, wie zum Beispiel die QINEO Pulse. «Wir schweissen und vertrauen auf CLOOS seit Jahrzehnten», erklärt Heinz Schwevers, Geschäftsführer des Unternehmens und fügt lächelnd hinzu: «CLOOS-Schweissgeräte gab es schon vor mir im Unternehmen.»
Die Entscheidung für die Automatisierung fiel bereits Anfang 2020. Weil insbesondere im Stahl- und Metallbau der Programmieraufwand für das automatisierte Schweissen von kleinen Losgrössen oftmals unverhältnismässig hoch ist, entschied man sich für QIROX RoboScan. Eines der Auswahlkriterien war dabei die einfache Handhabung der Anlage. Jeder Schweisser sollte in der Lage sein, damit zu arbeiten. Und dank der Mitarbeiter, die von Anfang an in das Projekt involviert waren, konnte die Einführung zügig gelingen. Selbst die zu Beginn skeptischen Mitarbeiter waren schnell von der neuen Technologie überzeugt.
«Wir wollten unsere Handschweisser durch die Möglichkeiten, die die Automatisierung bietet, unterstützen. So können sie sich im Alltag, sozusagen im «learning by doing» ganz nebenbei neue Kompetenzen aneignen», berichtet Heinz Schwevers weiter.
Heute sind im Unternehmen acht Handschweisser und QIROX RoboScan im Einsatz. «Die Programmierung ist mit QIROX RoboScan sehr viel einfacher», strahlt Marcel Bergkämper, ein Anlagenbediener, für den die Arbeit mit den CLOOS-Robotern nicht neu ist. Er hatte bereits in einem anderen Unternehmen damit viele Jahre Erfahrungen sammeln dürfen und stellt fest: «Was ich vorher aufwendig programmieren musste, wird nun automatisch durch das System erledigt. Das ist eine grosse Arbeitserleichterung für mich.»

QIROX-Roboter in der Anwendung
Der Hallenbauer bietet seinen Kunden alles aus einer Hand – von der Stahlkonstruktion bis hin zur schlüsselfertigen Halle. Eine PKW-Halle, die für den Privatmann gefertigt wird, bringt andere Anforderungen mit sich als der Auftrag eines grossen Bauunternehmens. Daher musste auch die Roboteranlage viel Flexibilität bieten.
Grosse Stahlträger mit Kopf- und Fussplatten werden beispielsweise im 1-Stationen-Betrieb bearbeitet. Dazu positioniert der Bediener zunächst das Werkstück auf der Arbeitsstation der Anlage und der an einem Längsfahrwerk montierte Scanner tastet die Arbeitsfläche des Bauteils ab und speichert das Ergebnis. Das System erkennt Schweissnähte wie zum Beispiel Kehl- und Ecknähte sowie Stoss- und Lappnähte und wandelt die gespeicherten Daten des Scanners in ein 3D-Modell um, was auf einem Bildschirm erscheint. Aus dem Vergleich des 3D-Modells mit der in QIROX RoboScan gespeicherten Bauteilgeometrie wird das Schweissprogramm automatisch erzeugt. Der Bediener kann das Ergebnis prüfen und zum Beispiel Korrekturen an der Schweissnahtlänge vornehmen oder die Schweissrichtung ändern. Danach überträgt QIROX RoboScan das vollständig generierte Programm inklusive aller Schweissdaten an die Robotersteuerung und der Schweissvorgang kann einfach über einen Button am Monitor von QIROX RoboScan gestartet werden.
Im nächsten Schritt kommt der sechsachsige Knickarmroboter QIROX QRC-350 zum Einsatz, das Herzstück der Anlage. Er ist auf einem C-förmigen Ständer, direkt auf einer Bodenbahn, montiert und wird von einem Fahrwagen in horizontaler Richtung bewegt.
Da das Schweissprogramm mit allen Schweissparametern, wie zum Beispiel Geschwindigkeit, Drahtvorschub und Gas, bereits vorgegeben ist, kann der Roboter direkt starten. Durch die Über-Kopf-Positionierung des Schweissroboters wird eine optimale Zugänglichkeit gesichert, da bessere Schweisspositionen erreicht werden können. Auch zusätzliche Bewegungseinrichtungen und Erweiterungen sind einfach zu realisieren. Der MAG-Pulslichtbogen ermöglicht es, eine optimale Schweissnahtqualität bei hoher Schweissgeschwindigkeit zu erzielen.
Bei allen Schweissungen kommt ein Lichtbogensensor zum Einsatz. Für das Schweissen der Steignähte der Werkstücke wird eine eigene Pendelfigur definiert, in der die Messpunkte des Sensors programmiert sind. Dabei wird ein taktiler Sensor mit Schweissdraht als «Taststift» eingesetzt. Da saubere Düsen Voraussetzung für die exakte Einhaltung der Schweissparameter sind und für eine gute Qualität der Schweissnaht sorgen, gehört auch eine vollautomatische Schweissbrennerreinigung zur Roboteranlage.

Eine Anlage – flexibel einsetzbar
Neben den grossen Werkstücken werden auch verschiedene andere Blechkonstruktionen bis hin zu Rippen und Anschlussblechen gefertigt. Dabei kann Schwevers die Anlage flexibel im 1- oder 2-Stationen-Betrieb nutzen. «So können wir nicht nur Stahlträger automatisiert schweissen, sondern auch kleinere Teile bearbeiten. Das ist ein echter Mehrwert für uns. Und wir sind froh, einen so fachkompetenten Partner an unserer Seite zu haben, der absolut offen und wertschätzend sämtliche Aufgaben löst», verkündet Heinz Schwevers.
Im 2-Stationen-Betrieb kann die Anlage auf der einen Seite vom Bediener bestückt werden, während auf der anderen Seite geschweisst wird, was für den Spezialisten im Hallenbau zu einer Zeitersparnis im Fertigungsprozess und somit kürzeren Projektzeiten führt. Diese Flexibilität erfordert auch Anpassungen im Bereich der Sicherheit. Daher werden technische Massnahmen, wie feststehende trennende Schutzeinrichtungen (zum Beispiel Schutzzäune) oder berührungslos wirkende wie Lichtschranken, flexibel je nach Bedarf und Bauteil angepasst, um die Bedienerbeispielsweisevor Bewegungen des Roboters zu schützen.
Markus Rompf, ein langjähriger Anwendungstechniker aus dem Hause CLOOS, der das Projekt federführend betreute, ist stolz: «Es hat alles gut zusammengepasst», sagt er und ergänzt: «Wir haben die Software während der Zusammenarbeit mit Schwevers stetig optimiert und insgesamt die Produkterkennung verbessert, sodass wir nun eine grössere Bandbreite an Bau-teilen mit QIROX RoboScan verarbeiten können. Die partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen CLOOS und Schwevers war einfach super. Ich glaube, wir haben alle von dem Projekt profitiert.»

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