Die x-Kette am Maschinenbett war bisher eine grosse Herausforderung in der Montage.

Adieu, Klotz am Bein!

igus® Schweiz GmbH

Die Reichenbacher Hamuel GmbH stellt hochindividuelle CNC-Bearbeitungszentren für Kunden in ganz Europa her. Damit das Werkzeug stets millimetergenau an Ort und Stelle ist, braucht es eine zuverlässige Leitungsführung, die das Unternehmen mit Produkten von igus realisiert. Eine besondere Rolle spielt dabei die Module Connect-Schnittstelle für fertig konfektionierte Energiekettensysteme, sogenannte readychains, von igus. Die Unternehmen verbindet eine sehr gute Zusammenarbeit, die sich bereits seit über 30 Jahren immer wieder bewährt hat.

Fast über die ganze Breite der Fertigungshalle steht eine VISION-FLEX von Reichenbacher Hamuel. Das CNC-Bearbeitungszentrum zur spanenden 6-Seiten-Bearbeitung von Aluminium- und Kunststoffprofilen wartet dort auf seine Abholung. Es wird komplett fertig montiert auf einen LKW verladen, der es dann schnellstmöglich zum Kunden bringt. Die Anlage ist nur eine von mehreren, deren Fertigung auf dem Gelände von Reichenbacher Hamuel im oberfränkischen Dörfles-Esbach stattfindet. Seit über 70 Jahren entwickelt und produziert die Firma massgeschneiderte Bearbeitungszentren zur Bearbeitung von Holz, Aluminium, Kunst- und Verbundstoffen für eine Vielzahl an Branchen. Dazu zählen die Flugzeug-, Automobil-, Schiffs- und Schienenfahrzeugindustrie, aber auch der Holzhaus-, Treppen- und Möbelbau. Dabei ist keine Maschine wie die andere: «Bei uns gibt es nichts von der Stange, wir reagieren flexibel auf die individuellen Bedürfnisse unserer Kunden», erläutert René Leipold, Einkaufsleiter der Firma, die zur international tätigen Scherdel-Gruppe gehört. Das wissen die Kunden zu schätzen: Mehr als 220 Mitarbeitende kümmern sich um Anwendungen vor allem im DACH-Raum und in Osteuropa. Maschinen von Reichenbacher Hamuel sind aber auch weit darüber hinaus in Kanada oder Mexiko zu finden. Besonders die Vision-Flex ist häufig vom Markt gefragt. Neben einem Maschinenbett zur Führung des Werkzeugs besteht die VISION-FLEX aus einem grossen Portal, das im Laufe der Montage auf dem Bett angebracht werden muss. Die Besonderheit dabei: Die beiden Teile müssen nicht nur physisch, sondern auch elektrisch zusammengebracht werden. Während Reichenbacher Hamuel die Leitungen in der VISION-FLEX durch drei Energieketten führt, liegt die zentrale Komponente weitgehend im Verborgenen: Die zentrale Steckstelle mit Module Connect von igus erlaubt die einfache und schnelle Verbindung von Maschinenbett und Portal.

X-, Y- und Z-Kette verbinden
Die Herausforderung in der Montage liegt vor allem in den unterschiedlichen Bewegungsrichtungen der Leitungen. Denn im Portal wird das Werkzeug über jeweils geschlossene und bereits fertig konfektionierte Energieketten von igus auf der Y- und Z-Achse präzise positioniert. Wenn sich das Portal später allerdings auf dem Bett bewegt, dann macht diese Verschiebung eine 5,2 m lange R4.56-Energiekette entlang der X-Achse möglich, die direkt am Maschinenbett montiert ist. «Da die Leitungsführung allerdings schon bei der Vormontage im Portalbau dabei sein musste, lag die X-Kette wie ein Klotz am Bein am Portal, hatte dort bis zur Endmontage eigentlich keine Funktion», erinnert sich Erik Pohlein, Elektrokonstrukteur bei Reichenbacher Hamuel. «Das war einfach störend und hat nicht in den Fertigungstakt gepasst». Wurde das Portal schliesslich zur Montage per Kran von einer Hallenseite auf die andere zum Maschinenbett gebracht, musste die x-Kette immer umständlich mitgeführt werden – das war für alle Beteiligten aufwändig und dauerte lange.
Erik Pohlein machte sich also auf die Suche nach einer Alternativmöglichkeit, bei der die x-Kette in der Portal-Vormontage gar nicht auftaucht, sondern erst in der Endmontage verbunden wird. Auf der Hand lagen für den Elektrotechniker Steckverbindungen. «In anderen Maschinen haben wir viele einzelne Stecker, die wir konfektionieren und bei der Montage zusammenstecken müssen», so Erik Pohlein. Auch diese Lösung ist aufwändig und birgt die Gefahr einer falschen Steckermontage.

Schnittstelle nach Mass im Baukastenprinzip
In Zusammenarbeit mit Oliver Köhler, dem für Reichenbacher Hamuel zuständigen technischen Verkaufsberater bei igus, fand Erik Pohlein die passende Lösung: Den modularen Steckverbinder Module Connect von igus, mit dem sich die Leitungen zwischen Maschinenbett und Portal einfach und fehlerfrei verbinden lassen. Module Connect basiert auf einem Baukastenprinzip: Aus mehreren Steckergehäusen kann der Kunde sich eine individuelle und zusammenhängende Steck-/Trennstelle als Modul konfigurieren. Jedes Gehäuse ist mit bis zu vier verschiedenen Isolierkörpern bestückbar, welche die zahlreichen Kontakte beinhalten. Im Anschluss werden die Gehäuse zusammengefügt, was für eine grosse Breite an unterschiedlichen Modulvariationen in individueller Breite und Höhe sorgt. Durch sein flaches und platzsparendes Gehäuse bei einer hohen Kontaktdichte ist Module Connect auch in beengten Räumen die passende Lösung. So ist es auch in der VISION-FLEX: Für die Stecker ist nur wenig Platz vorgesehen, schliesslich liegt der Fokus der Anlage nicht auf der Steckverbindung, sondern auf der Funktionalität. Mit Module Connect sind verschiedene Einsätze für Motor-, Servo-, Geber- und Lichtwellenleiter sowie Netzwerktechnik und Pneumatik möglich. Die Module sind einzeln abgeschirmt und damit EMV-geschützt.

Sekundenschnelles Stecken vereinfacht Fertigung und Montage
Reichenbacher Hamuel hat mit dem neuen Steckverbinder das zentrale Problem gelöst. Statt die x-Kette schon in der Portal-Vormontage umständlich mitzuführen, liegt die Kette bis zur Endmontage direkt am Maschinenbett. Sobald das Portal dorthin gebracht wurde, braucht es nur noch ein sekundenschnelles Stecken – und die Verbindung ist hergestellt. Eine zusätzliche Kodierung ist nicht notwendig, da Module Connect durch den modularen Aufbau der Schnittstelle selbstkodierend ist. «Das sorgt für einen deutlich leichteren Prozess sowohl in der Fertigung wie auch in der Montage», sagt Erik Pohlein. Sein Kollege René Leipold pflichtet ihm bei: «Für uns bedeutet Module Connect eine grosse Zeitersparnis», weiss er. Denn der vorherige Aufwand rund um die x-Kette summierte sich pro Anlage auf mehrere Stunden, die nun fast komplett wegfallen. Von dem Stecker profitieren nicht nur die Mitarbeitenden in der Fertigung, sondern auch der Einkauf und die Logistik. Schliesslich braucht es die x-Kette nun erst deutlich später im Fertigungsprozess. Auch später bei der Wartung der Anlagen überzeugt Module Connect: «Durch den Stecker habe ich natürlich eine definierte Trennstelle, falls mal ein Kabel defekt sein sollte»; sagt Erik Pohlein.

30 Jahre erfolgreiche Zusammenarbeit
Die Nutzung von Module Connect ist auch das Ergebnis einer jahrzehntelangen Zusammenarbeit zwischen Reichenbacher Hamuel und igus. Beide Unternehmen arbeiten bereits seit über 30 Jahren zusammen, haben unzählige Projekte umgesetzt. «Uns verbindet eine rundum sehr gute Zusammenarbeit, die sich über die Jahre hinweg immer wieder bewährt hat», sagt René Leipold. Es gebe einen schnellen Draht zu den Expertinnen und Experten von igus, allen voran zu Oliver Köhler. «Ein Anruf genügt und uns wird geholfen», so Leipold. Sollte es vor Ort an der Maschine etwas zu besprechen geben, dann stossen neben Oliver Köhler auch Kollegen vom Firmensitz in Köln dazu. Sie nehmen Mass, besprechen Details – und das ganz ohne Mehrkosten. Auch Markus Hüffel, Produktmanager für readycable und readychain, freut sich über die erfolgreiche Umsetzung und den erreichten Mehrwert für den Kunden. «Die Erfahrungen und der direkte Austausch mit Reichenbacher Hamuel sind natürlich für uns in der Produktentwicklung interessant», erklärt er. Mit den fertig bestückten readychains hat man bei dem Unternehmen bereits vor vielen Jahren einen Nerv getroffen. «Ich erinnere mich noch an Zeiten, als wir Leitungen selbst durch die Energieketten legen mussten», meint Erik Pohlein. So arbeiten Reichenbacher Hamuel und igus weiterhin dran, den Fertigungsprozess und die Montage so einfach wie möglich zu gestalten. Der Stecker Module Connect und die fertig konfektionierte readychain sind dafür die passende Grundlage. Von der Einfachheit und der Modularität ist man in Dörfles-Esbach überzeugt. «Der Klotz am Bein ist jetzt weg», resümiert René Leipold.

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