Zwei Botfellows: Sebastian Krusche (links) und Dr.-Ing. Mohamad Bdiwi.

Robotik-Software macht Schutzzäune überflüssig

Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU

Messepremiere an der diesjährigen automatica: die intelligente Software, in der dynamische Sicherheitszonen physisch abgegrenzte Arbeitsräume von Mensch und (Industrie-)Roboter ersetzen und somit vollständig ohne Schutzzäune auskommt und eine besonders hohe Produktivität garantiert.

Die Botfellows – Dr.-Ing. Mohamad Bdiwi (CEO), Sebastian Krusche, Paul Eichler und Jayanto Halim – sind seit vielen Jahren ein eingeschworenes Team am Fraunhofer IWU. Das Team setzt auf Hightech-Lösungen, in denen flexible – sich dynamisch ändernde, das heisst situativ optimale – Sicherheitszonen starr abgegrenzte Arbeitsbereiche ersetzen: Die Software von Botfellows passt die Bewegung von Leichtbau- oder Industrierobotern dynamisch an, indem sie deren Geschwindigkeit nur dann reduziert – bei Bedarf bis zum Stillstand –, wenn sich Personen tatsächlich dem Arbeitsbereich nähern. Erkennt das Zusammenspiel aus Sensorik und Kameras, dass keinerlei Kollisionsgefahr droht, arbeiten der oder die Roboter in den vorgesehenen Bewegungsbahnen und mit der regulären Geschwindigkeit. Die Forschungsergebnisse der Botfellows zur sicheren Teamarbeit von Mensch und Roboter haben zahlreiche Praxistests bestanden; ihre Softwarelösung ist nun erstmals in die Robotersteuerung eines Herstellers integriert.

Nahtlose Integration in die Robotersteuerung
Die Chemnitzer Robotikspezialisten kooperieren dazu mit dem chinesischen Hersteller Estun. Botfellows Dynamic Safety ist direkt, also ohne zusätzliche Schnittstellen eingebunden. Die einfache Implementierung und Bedienung war ein wichtiges Entwicklungsziel: «Dies ist der Schlüssel, um hochflexibel automatisieren und maximale Sicherheit gewährleisten zu können – weil sich unsere Software perfekt in die Robotersteuerung einfügt, statt deren Komplexität zu erhöhen», unterstreicht Mohamad Bdiwi.
In einem gemeinsamen Arbeitsraum ohne trennende Schutzzäune lassen sich dank der Botfellows-Lösung verschiedene Szenarien realisieren:

Koexistenz
Mensch und Roboter arbeiten parallel in einem gemeinsamen Arbeitsbereich, ohne dass ein Schutzzaun erforderlich ist. Der Roboter übernimmt automatisierte Palettieraufgaben, wie das Stapeln und Sortieren von Kartons, während der Mensch in der Nähe Qualitätskontrollen durchführt oder Material nachlegt.

Kooperation
Mensch und Roboter teilen sich denselben Arbeitsbereich und wechseln sich zeitlich in den Palettieraufgaben ab. Der Roboter stapelt schwere Kartons auf der Palette, während der Mensch kleinere, empfindliche Produkte hinzufügt und die Stabilität der Palette sicherstellt. Dadurch wird eine flexible Anpassung an verschiedene Produktarten ermöglicht.

Kollaboration
Mensch und Roboter arbeiten zeitgleich im selben Arbeitsbereich und ergänzen sich direkt. Der Roboter hebt und reicht schwere oder unhandliche Kartons, während der Mensch sie präzise auf der Palette positioniert, Lücken ausfüllt und die finale Ausrichtung überprüft. Diese Form der Zusammenarbeit erhöht die Effizienz und Ergonomie des Palettierprozesses.

Auf den Punkt gebracht: die Vorteile von Botfellows Dynamic Safety

  • Reduzierte Kosten: Der Verzicht auf physische Schutzzäune senkt Investitions- und Wartungskosten erheblich, ebenso den Flächenbedarf.
  • Maximale Flexibilität: Produktionslayouts können schnell und einfach angepasst werden, ohne dass Sicherheitsbarrieren bewegt werden müssen.
  • Erhöhte Produktivität: Die dynamische Anpassung der Sicherheitszonen ermöglicht einen schnellen, sicheren Betrieb der Roboter in unmittelbarer Nähe von Menschen.

Botfellows und Estun werden Integrationslösungen weiter vorantreiben – als Basis für noch benutzerfreundlichere Steuerungslösungen, die sichere und flexible Robotik-Anwendungen zum Ziel haben.

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März

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10. und 11. März
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Branchentreffpunkt für die Embedded-Community
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18. und 19. März
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