Die Automatisierung von Werkzeugmaschinen basiert auf revisionssicher verwaltete Produkt- und Produktionsdaten in der EVO-Digitalisierungsplattform papierlos. Mannlos können die Maschinen über die Arbeitszeit hinaus und am Wochenende mit verlässlichen Daten weiterlaufen.

Der digitale Flow

EVO Swiss AG

Abseits des Maschinenlärms der Fertigungshalle sitzt Holger Kraft und schaut auf seinen Bildschirm mit der geöffneten Plantafel. «Auf Basis von Kundenterminen planen wir unsere Fertigung eigenverantwortlich», erläutert er. «Die Reihenfolge von Aufträgen legen wir in Wochenbesprechungen fest.» Änderungen in den Abläufen, um agil auf Veränderungen reagieren zu können, sind dennoch möglich. Doch was früher Stunden beanspruchte, ist heute in wenigen Klicks erledigt. «Über die grafische Plantafel in Evo können wir in die Reihenfolge von Aufträgen selbst eingreifen und umplanen», konkretisiert der Leiter der Produktion bei Konstandin den Ablauf.

Was für Holger Kraft und sein Team Alltag geworden ist, ist das Ergebnis einer tiefgreifenden Transformation, die das Familienunternehmen aus D-76307 Karlsbad-Ittersbach in den letzten Jahrzehnten durchlaufen hat.

Unsichtbar unverzichtbar
Wer sich in eine Achterbahn setzt, vertraut auf die Sicherheit und Präzision der Technik, die im Hintergrund arbeitet. In diesen Momenten ist Konstandin präsent – mit auf Extrembedingungen ausgelegten Bremszylindern. Oder in Windkraftanlagen, wo Sonder-Drehdurchführungen von Konstandin Helium sicher abdichten und so zur Kühlung der Supraleiter in den innovativen Generatoren des Forschungsprojekts «EcoSwing» beitragen.
Produkte von Konstandin sind selten sichtbar, doch oft entscheidend. Sie sorgen für Sicherheit, Effizienz und Innovation in Branchen, in denen Fehler keine Option sind. Dennoch hebt sich das Unternehmen gerade auch durch Lösungskompetenz und Schnelligkeit von seinen grossen Marktbegleitern ab. Eine eigene Entwicklungsabteilung, eine eigene CNC-Fertigung und die eigene Montage ermöglichen die Produktion einbaufertiger Teile, die exakt auf Kundenanforderungen zugeschnitten sind. Kunden erhalten dadurch nicht nur einbaufertige Produkte, wodurch sie Montagezeit einsparen – sie erhalten diese auch noch schneller als bei den Branchengrössen. Damit ist das Unternehmen nicht nur eine Idee besser, wie es das Unternehmensmotto verspricht, sondern auch mindestens eine Idee schneller.»
Doch wie wird ein mittelständisches Familienunternehmen zum Hidden Champion der Fluidtechnik?

Die Grenzen des Erfolgs
Die Geschichte von Konstandin beginnt 1975 in einer Garage. Wolfgang Konstandin presst auf einer P5-Presse Hülsen für Skibindungen. Der erste Grossauftrag – ein Kältetrockner für Bergmüller – markiert den Startschuss für stetiges Wachstum. In den 1980er-Jahren folgten neue Hallen und neue Kunden – darunter auch grosse Namen wie Daimler-Benz. Mit dem Eintritt von Jörg Konstandin 1988 und der Einführung von CAD und CNC-Technik wird das Unternehmen zum Hightech-Fertiger und Entwicklungspartner für zahlreiche Branchen. Bis heute ist die Fertigungstiefe hoch: Vom Prototypen bis zur Serie mit bis zu 3000 Stück – beim Experten für massgeschneiderte Sonderlösungen aus den Bereichen Pneumatik, Hydraulik und Vakuumtechnik entstehen alle Komponenten im eigenen Haus.
Jeder neue Kunde, jeder neue Auftrag, jede Fertigung trug zum Wachstum des Unternehmens bei. Doch nicht nur die Belegschaft und die Einnahmen wuchsen, sondern auch die Herausforderungen. Die zuvor eingesetzte Software stoss zunehmend an ihre Grenzen. Zu starr bildete sie Prozesse ab, zu langsam gestaltete sich die zunehmend komplexer werdende Bedienung. Medienbrüche verursachten Mehrfacheingaben und produkt- und produktionsrelevante Daten verstreut in Dateiverzeichnissen. Die Geschwindigkeit in der Entwicklung und Produktion, die seit jeher einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil und Grundpfeiler des Konstandin-Erfolgskonzepts darstellte, war gehemmt. Es fehlte an digitalen durchgängigen Prozessen, die sich leicht überwachen liessen – von Eingang der Anfrage über Entwicklung und Einkauf, Fertigung, Endmontage, bis hin zur Prüfung und Versand. Und das vor dem Hintergrund eines Marktes, der immer komplexere Bauteile ohne Abstriche in der Qualität erwartet.

Digital zurück in die Erfolgsspur
Ein neues System musste her. Ein «Betriebssystem», das sämtliche Bereiche – von der Verwaltung bis zur Produktion und Logistik – auf einer einheitlichen Plattform abbildet. Medienbrüche sollten so vermieden und die Bedienung für alle Mitarbeiter vereinfacht und möglich werden. Zudem sollten Informationen und Analysen, etwa für das Management oder zur Qualitätskontrolle, auf Knopfdruck verfügbar sein, um datengestützte Entscheidungen zu ermöglichen und schnelle Massnahmen ergreifen zu können. Das neue System sollte also nicht weniger leisten, als die bestehenden Prozesse zu optimieren, Transparenz zu schaffen und die Arbeitsproduktivität im gesamten Unternehmen zu steigern.
Die Wahl fiel auf EVO-Informationssysteme. Das Unternehmen begleitet seine Kunden langfristig als Betriebsoptimierer und Digitalisierer. Im Falle Konstandins hält diese Partnerschaft bereits seit über 20 Jahren – seit 2003, als man im Rahmen der ISO 9001-Zertifizierung zusammenarbeitete und die ersten Erfolge in der Prozessoptimierung erreichte. Als man auf einen Partner stiess, der sich ebenso auf die speziellen Bedürfnisse und Herausforderungen seiner Kunden kennt wie Konstandin selbst.
Die Einführung war mit dem notwendigen Aufwand verbunden: Datenmigration, Datenbereinigung, Schulungen und schliesslich der schrittweise Ausbau mit Zusatzmodulen wie Dokumentenmanagement, Produktionsdatenmanagement, Prüfprotokollen und CRM. Bei Problemen war EVO-Informationssysteme immer ansprechbar und half zur Not auch per Fernwartung.

Der Wandel im Alltag
Fast aufwändiger als die Umstellung des ERP-Systems gestaltete sich die Umstellung in den Köpfen. Anfangs haben einige Mitarbeiter ihre Angebote weiter ausgedruckt und in Fächer zur Wiedervorlage abgelegt. Heute ist das undenkbar. Die Angebotsverfolgung läuft komplett digital, alle Kontakte und Gespräche sind im CRM dokumentiert. Die Erfolgsquote bei Angeboten liegt bei über 80 Prozent – was in der Branche aussergewöhnlich ist. «Wir gewinnen jährlich 50 bis 100 Neukunden für unsere Lösungen in der Fluidtechnik», nennt Vertriebsleiterin Elke Kraft weitere Erfolgszahlen. «Bereits die Kundenanfrage wird bei uns in EVO als Prozess gestartet.»
Das CRM-System der ERP-Software EVOcompetion wird grundsätzlich genutzt, um Kontakte und Gespräche mit Interessenten, Kunden und Lieferanten zu dokumentieren und hat damit auch den Einkauf verändert. «Wenn ich mit Lieferanten spreche, verlasse ich mich auf die Daten und Fakten in EVOcompetition», berichtet Einkaufsleiterin Jasmin Kappler. «Das gibt mir Sicherheit und macht uns schlagkräftig.»

Die Bilanz: Wachstum, Effizienz und Innovationskraft
Durch EVO-Informationssysteme wurde es möglich, Prozesse dezentral zu organisieren und die Verantwortung an die Mitarbeiter vor Ort zu übergeben. Wöchentliche Meetings basieren auf aktuellen Systemdaten, Aufträge werden priorisiert und Entscheidungen schneller getroffen. Die Teams in Fertigung, Einkauf und Entwicklung arbeiten jetzt gestützt durch digitale Tools nicht nur eigenverantwortlich, sondern auch erfolgreich: Seit Beginn der Digitalisierung hat sich der Umsatz von 4 auf 8 Millionen Euro verdoppelt – bei nahezu gleicher Personalstärke in der Verwaltung. Die Fehlerquote ist minimal, die Termintreue hoch.
Daten, die diese Aussagen stützen, erhält Jörg Konstandin mit nur wenigen Klicks. «Unsere Zahlen für unser Kennzahlensystem erhalten wir alle aus EVO. Von Umsatzzielen, Reklamationsquote oder Lieferantenbewertung», berichtet der Geschäftsführer. «Excel-Listen brauchen wir keine mehr, um Prozesse zu analysieren. Was will man mehr?»
Vielleicht einen Partner, für den Stillstand genauso wenig eine Option ist, wie für einen selbst.
Durch die tägliche Arbeit mit EVO konnten und können von Konstandin Optimierungen in der Anwendung und Verbesserungen im Prozess angestossen werden, die seitens EVO immer wieder aufgenommen und umgesetzt werden. Hier hat also der Anwender die Möglichkeit, Gehör zu finden und seine Wünsche aus der Anwendung mit einzubringen.
EVO entwickelt seine Softwarelösungen permanent weiter und im halbjährigen Turnus werden Neuerungen durch ein Update eingespielt. Zu den aktuellen Neuerungen gehört die Integration von E-Rechnungen ebenso wie eine digitale Fertigungsinfo, die längerfristig den Fertigungsprozess auf Papier ersetzen wird. Diese Innovationskraft, gepaart mit dem Wissen um die Bedürfnisse seiner Kunden, sorgte dafür, dass sich auch EVO seit Beginn der Zusammenarbeit immer weiterentwickeln und expandieren konnte.

INFOS | KONTAKT
EVO Swiss AG
Westbahnhofstrasse 6
CH-4500 Solothurn
T +41 (0)76 568 18 55
www.evo-solutions.ch
info@evo-solutions.ch

Januar

Euroguss, Nürnberg

Internationale Fachmesse für Druckguss: Technik, Prozesse, Produkte
13. bis 15. Januar
www.euroguss.de

Swiss Plastics Expo, Luzern

Fachmesse und Symposium für die Kunststoffbranche
20. bis 22. Januar
www.swissplastics-expo.ch

Logistics & Automation, Bern

Fachmesse für Intralogistik und Materialfluss
28. und 29. Januar
www.logistics-automation.ch

all about automation, Berlin

Fachmesse für Industrieautomation, Robotik und Digitalisierung
28. und 29. Januar
www.allaboutautomation.de

Empack, Bern

Fachmesse für die Verpackungsindustrie
28. und 29. Januar
www.empack-schweiz.ch