LOPEC, München
Internationale Fachmesse und Kongress für gedruckte Elektronik
24. bis 26. Februar
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SCHUNK stellte an der EMO im letzten Jahr akkubetriebene elektromechanische Spannmittel mit IO-Link Wireless vor, einer Technologie zur drahtlosen Datenübertragung zwischen Spannmittel und Maschinensteuerung.
Markus Michelberger (Vertriebsleitung Spanntechnik bei H.-D. Schunk GmbH & Co. Spanntechnik KG in Mengen) gibt uns diesem Thema Auskunft.
Herr Michelberger, inwieweit ist die Entwicklung elektromechanischer Spannmittel ein wichtiger Schritt in die Zukunft?
Die Weiterentwicklung elektromechanischer Systeme ist die Grundlage für die Digitalisierung und Automatisierung in der industriellen Fertigung. Die Produktion der Zukunft wird auf der intelligenten Verbindung von Mechanik, Software und Daten basieren – effizient, nachhaltig und prozessoptimiert. Dabei spielen die Erfassung und Analyse von Daten eine entscheidende Rolle. Auch in der Zerspanung wird es immer wichtiger, prozessrelevante Zustände und Informationen in Echtzeit zu überwachen, um den Bearbeitungsprozess zu optimieren. Das Ergebnis: weniger Verschleiss, kürzere Rüstzeiten und höhere Produktivität – allesamt wirtschaftlich entscheidende Faktoren. Ein weiterer Aspekt ist der wachsende Trend, Druckluft und Hydraulik zu vermeiden, auch in der Spanntechnik. Hier bestand bisher das Problem, dass der Maschinentisch frei von Elektrik war. Mit unseren neuen akkubetriebenen Spannmitteln und der drahtlosen Kommunikation via Funktechnik bringen wir die Fertigung einen entscheidenden Schritt weiter in Richtung Zukunft.
Welche Erklärung gibt es für den Trend, zunehmend auf Druckluft und Hydraulik verzichten zu wollen?
Pneumatische und hydraulische Systeme sind zweifellos eine grosse Errungenschaft und in vielen Anwendungen unverzichtbar. Dennoch gehen sie mit einigen Nachteilen einher: Sie benötigen eine umfangreiche Peripherie – wie Kompressoren, Leitungen, Aufbereitungssysteme und Armaturen – was hohe Kosten und Komplexität bedeutet. Zudem bergen sie das Risiko unerwünschter Leckagen, die Medienverlust und Verschmutzungen verursachen können. Diese Probleme sind besonders kritisch in sensiblen Umgebungen wie Reinräumen oder der Lebensmittelindustrie.
Elektromechanische Alternativen bieten hier klare Vorteile. Ohne Druckluft oder Hydraulik entfällt nicht nur die teure Peripherie, sondern auch das Risiko von Verschmutzungen oder Umweltschäden. Das macht elektromechanische Spanntechnik zu einer zukunftsweisenden und nachhaltigeren Lösung.
Für welche Anwendungen und Branchen ist die neu vorgestellte Spannlösung besonders geeignet?
Unsere akkubetriebenen elektromechanischen Spannmittel eignen sich überall dort, wo Leckagen oder Verschmutzungen absolut unerwünscht sind – etwa in Reinräumen oder der Lebensmittelproduktion. Auch in industriellen Automatisierungsanwendungen und Werkzeugmaschinen, bei denen prozessrelevante Zustände überwacht werden sollen, bieten sie enorme Vorteile. Mit der Datenübertragung via IO-Link Wireless setzen wir neue Massstäbe, was Flexibilität und Automatisierung in der Spanntechnik betrifft. Die neue Lösung ist somit ein entscheidender Schritt in Richtung automatisiertes und vernetztes Spannen.
Wie funktioniert die drahtlose Datenübertragung mit IO-Link Wireless konkret?
IO-Link Wireless ermöglicht – im Gegensatz zum kabelgebundenen IO-Link – die drahtlose Übertragung von Maschinendaten zwischen IO-Link-Geräten wie Sensoren oder anderen Messsystemen und einem IO-Link-Wireless-Master. Dieser empfängt die Daten und leitet sie an die Maschinensteuerung weiter. Der Vorteil: Diese Kommunikation ist marktoffen, feldbusunabhängig und lässt sich flexibel mit Technologien verschiedener Anbieter kombinieren. Ein weiterer Pluspunkt ist die Vermeidung von Systemausfällen durch Kabelbrüche oder Peripheriestörungen. Sind bereits Funkmesstaster mit BRC-Funktechnologie – wie sie Blum-Novotest anbietet – in der Maschine installiert, lassen sich unsere neuen Spannmittel nahtlos integrieren. Das spart Zeit, reduziert den Installationsaufwand und bietet Anwendern eine hohe Flexibilität.
Welche Rückmeldungen erwarten Sie vom Markt, und wie geht es nach der Messe weiter?
Ich bin sicher, dass unsere Neuvorstellung grosses Aufsehen erregen wird. Die Fertigungsbranche ist auf der Suche nach praxisnahen Lösungen, die Transparenz und Prozessverbesserungen ermöglichen – genau das bieten wir hier. Wir erwarten intensives Feedback aus dem Markt. Die gezeigte Realisierbarkeit wird viele Unternehmen überzeugen, und wir werden die gewonnenen Erkenntnisse nutzen, um die Technologie weiterzuentwickeln. Das wird im wahren Wortsinn spannend!
Welche Rolle spielt diese Neuvorstellung für eine nachhaltige Produktion?
Der Verzicht auf Pneumatik und Hydraulik bedeutet weniger Peripherie und dadurch eine deutlich höhere Wirtschaftlichkeit. Kosten durch Medienverlust oder Leckagen entfallen, Ressourcen werden geschont und Verschmutzungen verhindert. Das ist ein wichtiger Beitrag, um Fertigungsunternehmen bei Ihrer Entwicklung hin zu einer «Healthy Factory» zu begleiten.
Darüber hinaus ermöglicht die Vernetzung aller prozessrelevanten Daten in Echtzeit eine effizientere Produktion mit weniger Verschwendung und höherer Produktivität. Unsere neuen Spannmittel sind ein wesentlicher Baustein für die Umsetzung von Industrie-4.0-Prinzipien – und damit ein Schritt in Richtung nachhaltige und zukunftsfähige Fertigung.
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