W3+ Fair, Wetzlar
Messe rund um die Technologien Optik, Photonik, Elektronik und Mechanik
18. und 19. März
www.w3-messe.de
In vielen Ländern, selbst bei den ehemaligen Wachstumslokomotiven, schwächelt die Nachfrage, der Kostendruck verschärft sich und zugleich schliessen unter anderem die Maschinenbauer aus Asien in Sachen Qualität und Innovation zu den etablierten europäischen Playern auf. Blickt man auf die Robotik, und hier speziell auf Themen wie KI-basierte Humanoide, dann stehen zarte versuche in Europa einem immensen Boom in Asien gegenüber.
Die Vorzeichen sind klar. Robotik ist in diesem Jahr, und darüber hinaus, die Disziplin im Maschinenbau mit dem grössten Wachstumspotenzial. Robotik bündelt Mechanik, Elektronik, Software und KI und ist damit der Innovationsmotor im Maschinenbau. Damit dieses Wachstum aus europäischer Perspektive nachhaltig ist, braucht Europa eigene Robotik- und KI-Stacks. Europa kann es sich auf Dauer nicht leisten, bei kritischer Automatisierungs- und KI-Technologie vollständig von Importen abhängig zu sein. Wir brauchen eigene, wettbewerbsfähige Robotik- und KI-Stacks, vom Antrieb über die Steuerung bis zur Software. Darüber hinaus gilt aber auch für 2026, dass der europäische Maschinenbau effizienter, moderner und leistungsfähiger werden muss. Der hiesige Maschinenbau ist Weltklasse, aber oft noch zu sehr in individuellen Sonderlösungen verhaftet.
Die Humanoiden kommen – langsam aber sicher
Beim Thema humanoide Roboter gibt es viel Hype, aber der kommt aus einem realen Bedarf: Fachkräfte fehlen und viele Tätigkeiten sind für Menschen unattraktiv oder gesundheitlich belastend. Kurzfristig sehen wir vor allem Pilotprojekte, Showcases und frühe produktive Einsätze in Spezialbereichen – die Technologie muss bei Sicherheit, Kosten und Zuverlässigkeit noch weiter reifen. Mittelfristig können humanoide Systeme überall dort spannend werden, wo bestehende, menschzentrierte Infrastruktur genutzt werden soll, ohne die Fabrik neu zu bauen, und dafür werden neue Antriebs- und Safety-Technologien verlangt.
Speziell die Sicherheit ist bei humanoiden Robotern die schwierigste Aufgabe für Ingenieure im Moment und auch in Zukunft. Humanoide Roboter sind sicherheitstechnisch die Königsklasse: hohe Masse, viele Freiheitsgrade, teils hohe Geschwindigkeiten und gleichzeitig unmittelbare Nähe zum Menschen. Klassische Schutzkonzepte wie Zäune und Käfige funktionieren dort kaum noch. Erste Unternehmen arbeiten aktuell deshalb intensiv an Safe-Motion- und Sensorik-Konzepten, die Sicherheit als Systemeigenschaft verstehen, vom Antrieb über die Regelung bis hin zur übergeordneten Steuerung.
Grundsätzlich ist Sicherheit für viele Unternehmen noch ein Hemmnis, wenn es um Robotik geht. Darunter leidet auch (noch) die Akzeptanz von Cobots. Viele Unternehmen haben Respekt vor kollaborativen Robotern, weniger wegen der Technik, sondern wegen der Sicherheits- und Haftungsfragen. Die Normenlage ist komplex, und die wenigsten haben Safety-Spezialisten im Haus. Mit vorgefertigten Safe-Motion-Funktionen direkt im Antrieb können Unternehmen aber die Hürde senken und es Integratoren leichter machen, sichere Cobot-Anwendungen umzusetzen.
Neue Robotik erfordert neue Standards und Normen
Die meisten bestehenden Normen sind für klassische Industrieroboter in eingezäunten Zellen geschrieben, nicht für mobile oder humanoide Systeme, die sich frei im Raum bewegen. Für lernende Systeme, KI-gestützte Entscheidungen und neue Formen der Mensch–Roboter-Interaktion fehlen teilweise noch klare Leitplanken. Mehrere europäische Hersteller engagieren sich daher mittlerweile aktiv in Normungsgremien und bringen ihre Praxiserfahrung aus Robotik- und Safety-Projekten ein, damit Standards Innovation ermöglichen statt ausbremsen.
Die «neue Robotik» ist auch ein Grund dafür, dass die klassische Antriebstechnik deutlich modernisiert werden kann und muss. Viele Antriebskonzepte sind vom Grundprinzip her Jahrzehnte alt, viele Einzelkomponenten, viel Verdrahtung, grosser Schaltschrank. Die Zukunft liegt in hochintegrierten, intelligenten Drive-Modulen, die Leistungselektronik, Safety, Sensorik, Kommunikation und Diagnose direkt am Motor vereinen.
Intelligenz im Antrieb und Edge-Computing haben zudem das Potenzial in naher Zukunft zu einem echten Wettbewerbsvorteil zu werden. Viele Aufgaben in der Robotik lassen sich nicht sinnvoll in die Cloud auslagern, Safety und hochdynamische Bewegungsregelung brauchen Echtzeit direkt am System. Je mehr Intelligenz wir in den Antrieb und in den Roboter selbst bringen, desto schneller, effizienter und sicherer werden die Anwendungen.
KI ist im Maschinenbau ist überwiegend noch Wunschdenken
Im Maschinenbau gibt es im Moment mehr KI-Folien als wirklich robuste KI-Anwendungen im Feld. Es gibt spannende Piloten in Qualitätskontrolle, Predictive Maintenance oder Pfadplanung, aber die wenigsten sind schon breit ausgerollt. Damit KI skalieren kann, braucht es verlässliche Daten aus den Maschinen, standardisierte Schnittstellen und ausreichend Rechenleistung nah an der Anwendung. Einige Hersteller haben dies erkannt und arbeiten in diese Richtung.
Ohne deutlich mehr Automatisierung wird es für viele mittelständische Unternehmen in Mitteleuropa schlicht nicht mehr aufgehen, Fachkräftemangel und hohe Löhne lassen sich anders kaum ausgleichen. Automatisierung ist nicht mehr «nice to have», sondern Voraussetzung, um in Europa wettbewerbsfähig zu produzieren.
Automatisierung darf daher zukünftig nicht noch als Kostenhebel gesehen werden, denn sie ist auch ein wichtiger Faktor im Wettbewerb um Talente. Unternehmen, die intelligente Robotik einsetzen, können unattraktive, monotone oder gesundheitsschädliche Tätigkeiten automatisieren und Mitarbeitende für wertschöpfendere Aufgaben einsetzen. Das macht den Arbeitsplatz moderner, sicherer und attraktiver, gerade für die nächste Generation von Fachkräften.
Nehmen sich die Maschinenbauer und Robotikhersteller den Aufgaben an, die heute, im kommenden Jahr und darüber hinaus zu meistern sind, dann kann Robotik die nächste grosse Leitindustrie in Mitteleuropa werden, mit eigenen Plattformen, Zulieferern und einem starken Ökosystem, so wie es beispielsweise die Automobilindustrie in Deutschland früher war. Das Ingenieurwissen ist vorhanden, jetzt müssen wir es in skalierbare, standardisierte Robotiklösungen übersetzen.
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