Per Fernbedienung lässt sich der Montagetisch in seiner Höhe und Neigung verstellen, so dass ein sicheres und ergonomisches Arbeiten möglich ist.

Ergonomie als Sicherheitsfaktor

WAGO Contact SA

Der Fachkräftemangel verändert den Schaltschrankbau spürbar. Wechselnde Teams, steigende Variantenvielfalt und ein hoher Termindruck verlangen nach stabilen Abläufen in der Fertigung. Daher ist es zwingend, dass Ergonomie, Prozessklarheit und sichere Handhabung sicher ineinandergreifen.

Der Fachkräftemangel trifft den Schaltschrankbau gleich doppelt. Einerseits fehlen erfahrene Installateure, andererseits nimmt die Komplexität der Projekte weiter zu. Varianten, Sonderlösungen und kurze Lieferfristen sind heute eher die Regel als die Ausnahme. In vielen Betrieben verschiebt sich inzwischen der Aufwand zunehmend vom Engineering in die Fertigung, wo Suchzeiten, Umrüsten und Improvisation die Produktivität belasten.
Standardisierung ist in diesem Umfeld kein theoretisches LeanKonzept, sondern ein pragmatisches Werkzeug. Deren Ziel ist es aber nicht, Produkte zu vereinheitlichen, sondern Arbeitsweisen reproduzierbar zu machen. Wer gleiche Abläufe, definierte Arbeitsplätze und klare Materialflüsse etabliert, kann die Qualität auch mit wechselnden Teams hochhalten.

Ergonomie als Basis für Qualität und Sicherheit
Ein standardisierter Arbeitsplatz beginnt bei der Ergonomie. Haltung, Sicht und Erreichbarkeit beeinflussen nicht nur die Gesundheit der Mitarbeiter, sondern auch die Ausführungsqualität. Höhen- und neigungsverstellbare Montagetische schaffen reproduzierbare Arbeitsbedingungen, unabhängig von deren Körpergrösse oder der zu erledigenden Aufgabe.
Professionelle Montagetische ermöglichen es, Montageplatten sicher zu fixieren und in einer definierten Position zu bearbeiten. Neigungsverstellungen von horizontal bis steil aufgerichtet erleichtern die Verdrahtung, Kontrolle und Beschriftung. Gleichzeitig reduziert eine stabile Aufspannung das Risiko von Beschädigungen und Nacharbeit.
Gerade im Vergleich zu improvisierten Lösungen zeigt sich der Unterschied deutlich. Lose abgelegte oder instabil abgestützte Montageplatten können verrutschen oder kippen. Die Folgen reichen von Lackschäden und Beulen bis hin zu Unfällen mit Personenausfall. Ergonomie wird damit direkt zum Qualitäts- und Sicherheitsfaktor.

Prozessstandard statt Improvisation
Neben der Ergonomie spielt der Prozess eine zentrale Rolle. Standardisierung bedeutet, dass das Material sowie die Werkzeuge und Informationen dort verfügbar sind, wo sie benötigt werden. Mobile, modular aufgebaute Arbeitsstationen unterstützen genau diesen Ansatz.
Definierte Ablagen, klare Materialzonen und kurze Wege reduzieren ausserdem die Suchzeiten und erleichtern das Umrüsten. Besonders im Projektgeschäft und bei Kleinserien sorgt eine klare Rüstlogik dafür, dass neue Mitarbeitende schneller produktiv sind und Fehlerquellen möglichst klein bleiben.
Gleichzeitig erhöht ein stabiler Prozess die Einhaltung von Lieferfristen: Schäden oder Unterbrüche wirken sich direkt auf diese aus und können bei Terminvorzug vertragliche Konsequenzen nach sich ziehen.
Ein professionell gestalteter Arbeitsplatz vermittelt zudem eine klare Haltung. Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels wird der Prozess zum Träger von Qualität: Wenn Erfahrung nicht jederzeit verfügbar ist, müssen fix definierte Abläufe die Mitarbeiter sicher durch den Prozess führen. Das stärkt die Fertigung, entlastet das Team und unterstützt die langfristige Stabilität der Produktion.

Sichere Handhabung schwerer Baugruppen
Ein häufig unterschätzter Aspekt ist das Handling schwerer Montageplatten und Schaltschränke. Mit zunehmender Grösse und Bestückung steigen deren Gewicht und das Risiko, dass es zu Unfällen kommt. Daher bedarf es professioneller Handlingsysteme, die das sichere Bewegen, Drehen und Positionieren dieser Baugruppen erlaubt.
Damit lassen sich Produktionsrisiken deutlich reduzieren. Beschädigungen durch Umkippen oder unsachgemässe Ablage werden vermieden, ebenso unnötige Belastungen für das Personal. Die Investition in professionelle Vorrichtungen steht dabei in einem klaren Verhältnis zu den Kosten von Nacharbeit, Ausschuss oder Ausfallzeiten.

Standardisierung pragmatisch umsetzen
Standardisierung scheitert selten an der Technik, sondern an zu hohen Erwartungen. Ein sinnvoller Einstieg beginnt mit einem klar abgegrenzten Bereich. Eine Referenz-Arbeitszelle definiert Aufspannung, Arbeitsfläche, Materialführung und Prüfpunkte.
Im nächsten Schritt werden Abweichungen sichtbar gemacht: Wo entstehen Suchzeiten? Wo kommt es zu Verwechslungen oder unnötigen Bewegungen? Erst wenn der Ablauf stabil ist, lohnt sich eine weitere Automatisierung oder digitale Unterstützung.
Wichtig ist dabei der Fokus auf das Wie! Dies gilt selbst bei hochindividuellen Produkten, deren Entstehungsprozess sich ebenfalls durch feste Routinen und Abläufe standardisieren lässt. Das schafft Freiräume im Engineering und sorgt zugleich für eine robustere Fertigung.

Professionell arbeiten heisst professionell ausrüsten
Ein oft gehörter Einwand lautet, dass einfache Hilfsmittel ausreichen würden. In der Praxis zeigt sich jedoch, dass improvisierte Lösungen langfristig teurer sind. So verursachen Schäden, Nacharbeit und Unfälle Kosten, die den vermeintlichen Spareffekt schnell übersteigen.
Professionelle Arbeitsplätze sind deshalb kein Luxus, sondern ein Ausdruck von Verantwortung gegenüber Qualität, Sicherheit und Mitarbeitenden. Wer als Profi auftreten will, sollte daher auch mit professionellen Arbeitsmitteln antreten.
Standardisierung im Schaltschrankbau ist damit kein Selbstzweck. Sie ist vielmehr eine Antwort auf den Fachkräftemangel, eine steigende Variantenvielfalt und wachsende Qualitätsanforderungen. Ergonomie, Prozessklarheit und sichere Handhabung bilden damit zusammen die Grundlage für eine Fertigung, die auch unter Druck zuverlässig funktioniert.

INFOS | KONTAKT
WAGO Contact SA
Route de l’Industrie 19
CH-1564 Domdidier
T +41 (0)840 200 750
www.wago.com/handlingsystem
salesservice.ch@wago.com

April

wire, Düsseldorf

Weltleitmesse für Draht und Kabel
13. bis 17. April
www.wire.de

Tube, Düsseldorf

Weltleitmesse der Rohrindustrie
13. bis 17. April
www.tube.de

PaintExpo, Karlsruhe

Weltleitmesse für industrielle Lackiertechnik
14. bis 17. April
www.paintexpo.de

HANNOVER MESSE, Hannover

Weltleitmesse der Industrie
20. bis 24. April
www.hannovermesse.de

SIAMS, Moutier

Der Treffpunkt der Mikrotechniken. Fachmesse für Automation, Werkzeugmaschinen und Zulieferung
21. bis 24. April
www.siams.ch