Make-to-Order Days, Stuttgart
Einkäufermesse für Präzisionsteile, Auftragsfertigung und Zerspanung
9. und 10. Juni
www.messe-stuttgart.de/make-to-order-days/
Bild: AdobeStock
Im Jahr 2023 wurde KI in der Logistik intensiv diskutiert. Sie wirkte oft wie ein glänzendes neues Spielzeug – faszinierend, aber häufig isoliert in «Proof of Concept»-Projekten gefangen. Wenn wir heute, im Jahr 2026, auf Lagerstandorte blicken, hat sich das Bild fundamental gewandelt.
Wir beobachten einen klaren Trend: Die Fragen unserer Kunden haben sich geändert. Es geht nicht mehr um «Was kann KI?», sondern um «Wie integriere ich KI-Agenten so nahtlos in mein SAP EWM, dass meine Prozesse atmen, ohne dass mein Betrieb stillsteht?». Ein Blick auf die Realität der Lagerlogistik 2026 – generell, aber mit der nötigen Prise SAP-DNA.
Trend 1: Von der Reaktion zur Prävention (Predictive Operations)
Das Lager der Vergangenheit war ein Reagierer. Ein Auftrag kommt rein, und wird ausgeführt. 2026 agieren moderne Distributionszentren präventiv. Generative KI und Machine Learning (ML) Modelle haben die klassischen Dispo-Regelwerke abgelöst.
In der SAP-Welt ist das massiv im Bereich Slotting zu sehen. Früher war die Lagerplatzoptimierung eine mühsame Jahresaufgabe. Heute analysiert die KI im Hintergrund permanent Warenbewegungen, Saisonkurven und sogar Wetterdaten. Sie schlägt dem Lagerleiter im SAP EWM proaktiv Umlagerungen vor, bevor die Hochsaison beginnt. Der «Schnelldreher» von morgen liegt schon heute griffbereit. Das ist keine Zukunftsmusik, sondern gelebte Effizienz durch Tools wie SAP Warehouse Insights, die intelligent mit externen Datenquellen verknüpft werden.
Trend 2: Der Copilot am Mann (und an der Maschine)
Ein weiterer massiver Shift findet in der Interaktion zwischen Mensch und System statt. Die Zeiten starrer RF-Menüs sind angezählt. Mit der Reife von KI-Assistenten wie SAP Joule hält die natürliche Sprache Einzug in den Lageralltag.
Man stelle sich vor, ein Schichtleiter muss nicht mehr fünf Transaktionen aufrufen, um einen Engpass im Warenausgang zu analysieren. Er fragt sein System einfach: «Warum stauen sich die Aufträge an Tor 4?» und erhält eine aggregierte Analyse inklusive Lösungsvorschlag. Auch auf dem Shopfloor verschmelzen die Welten. Computer Vision hat den klassischen Barcode-Scan an vielen Stellen abgelöst. Kamerasysteme erkennen beim Packen automatisch, ob der richtige Artikel im Karton liegt – eine Qualitätsprüfung «on the fly», die keine Zeit kostet, aber Retourenquoten drastisch senkt.
Trend 3: Orchestrierung statt Silo-Denken
Der vielleicht wichtigste Trend für 2026 ist die Auflösung der Grenzen zwischen den Maschinen. In den letzten Jahren gab es viele AGVs (Fahrerlose Transportsysteme) und Roboter, die oft ihre eigenen «Gehirne» (Subsysteme) mitbrachten. Das führte zu Schnittstellen-Albtäumen.
Heute übernimmt SAP EWM über die Materialflusssteuerung (MFS) wieder das Zepter – aber angereichert mit KI-Logik. Das System entscheidet dynamisch: Ist es effizienter, den Gabelstaplerfahrer zu schicken oder das AGV? Diese Entscheidungen basieren nicht mehr auf starren Prioritäten, sondern auf einer Echtzeit-Berechnung der aktuellen Auslastung und prognostizierten Auftragslage der nächsten Stunde. Das Lager wird zum organischen System, in dem Mensch und Maschine kooperativ statt parallel arbeiten.
Die Rolle der SAP Business Technology Platform (BTP)
Technisch gesehen ist die SAP BTP der Enabler dieser neuen Welt. Sie erlaubt uns, KI-Services (Side-by-Side Extensibility) anzudocken, ohne den EWM-Standard zu verbiegen («Clean Core»). leogistics nutzt diese Architektur, um massgeschneiderte KI-Algorithmen – etwa für spezifische Verladeoptimierungen – zu entwickeln, die sich nahtlos in den Standardprozess einfügen. Das hält das System updatefähig und dennoch hochspezialisiert.
Pragmatismus schlägt Hype
Was bedeutet das für Logistikentscheider? Erstens: Keine Angst haben vor der Komplexität. Die Tools sind benutzerfreundlicher denn je. Zweitens: Datenqualität ist das neue Gold. Ohne saubere Stammdaten im EWM wird die klügste KI dumme Entscheidungen treffen. Und drittens: In Prozessen denken, nicht in Features. Eine KI, die einen schlechten Prozess automatisiert, schafft nur schnelleres Chaos.
2026 markiert einen Wendepunkt, an dem Technologie endlich das Versprechen der «Smart Logistics» einlöst. Es geht nicht mehr um Science-Fiction, sondern um harte Wettbewerbsvorteile: Resilienz, Geschwindigkeit und Kosteneffizienz.
INFOS | KONTAKT
Leogistics GmbH
Borselstrasse 26
D-22765 Hamburg
T +49 (0)402 9812 6890
www.leogistics.com
info@leogistics.com
Einkäufermesse für Präzisionsteile, Auftragsfertigung und Zerspanung
9. und 10. Juni
www.messe-stuttgart.de/make-to-order-days/
Fachmesse für Guss- und Schmiedeteile sowie Bearbeitung
9. bis 11. Juni
www.castforge.de
Zulieferermesse für die kunststoffverarbeitende Industrie
9. bis 11. Juni
www.kuteno.de
Internationale Fachmesse und Konferenz für Leistungselektronik, Intelligente Antriebstechnik, Erneuerbare Energie und Energiemanagement
9. bis 11. Juni
www.pcim.de