Industrielle Roboter liefern, was Humanoide versprechen – echten Mehrwert.

KI als Produktivitätstreiber in der Robotik

fruitcore robotics GmbH

Humanoide Roboter und KI-Anwendungen prägen derzeit die öffentliche Diskussion. Doch zwischen spektakulären Demos und industrieller Realität besteht häufig eine grosse Lücke. Der tatsächliche Mehrwert von KI-Robotik zeigt sich dort, wo bestehende Industrierobotik gezielt von KI unterstützt wird.

Kaum ein Technologie-Thema wird aktuell so intensiv diskutiert wie humanoide Roboter. Gemeint sind Maschinen, die ihre Umgebung wahrnehmen, autonom lernen und wie Menschen mit ihrer Umwelt interagieren können. Aus technologischer Sicht ist diese Vision faszinierend: Multisensorische Wahrnehmung, Lernfähigkeit und ein durchgängiger Betrieb versprechen auf den ersten Blick ein hohes Mass an Flexibilität.
In industriellen Anwendungen zeigt sich allerdings ein deutlich differenzierteres Bild. Humanoide Roboter für Produktionsprozesse stehen noch am Anfang ihres Reifezyklus. Der wirtschaftliche Nutzen ist häufig unklar, der technische Aufwand hoch und die Systeme sind kostenintensiv. Aufgrund ihrer hohen Komplexität ist zudem spezialisiertes Expertenwissen erforderlich.Hinzu kommt, dass die Prozessperformance humanoider Roboter bei klassischen Industrieaufgaben wie Pick&Place, Teilehandling oder Montage bislang deutlich hinter spezialisierten Industrierobotern zurückbleibt, sowohl in der Geschwindigkeit als auch in Bezug auf Präzision und Zuverlässigkeit.

KI-Skills im industriellen Betrieb
Parallel zum Hype um humanoide Roboter kursieren zahlreiche KI-Use-Cases in sozialen Medien. Gezeigt werden beeindruckende Videos autonom agierender Systeme. Diese entstehen jedoch häufig in perfekt kontrollierten Testumgebungen. Der tatsächliche Aufwand für Inbetriebnahme, Training, Integration und laufende Optimierung bleibt dabei oft verborgen.
In der Industrie liegt der Fokus nicht auf der Machbarkeit einzelner Demos, sondern auf stabilen, reproduzierbaren Prozessen. Dementsprechend werden Defizite im industriellen Einsatz sichtbar: hohe Kosten, komplexe Systemarchitekturen, langer Trainingsaufwand, hoher Bedarf an Rechenleistung und Konnektivität sowie eine oft unzureichende Prozessperformance. Entscheidende Faktoren, an denen viele Lösungen im Produktionsalltag scheitern.

Der Reality Gap in der KI-Robotik
Zwischen den Erwartungen an KI-Robotik und der industriellen Realität besteht derzeit noch eine grosse Diskrepanz. Unternehmen erwarten hohe Wirtschaftlichkeit, einfache Integration, robuste Prozesse und messbare Produktivitätsgewinne. Tatsächlich stehen sie jedoch häufig vor komplexen Systemen, hohen Investitionen und begrenztem Nutzen.
Diese Situation lässt sich auch im Kontext des Gartner Hype Cycles betrachten: Humanoide Roboter für Industrieprozesse befinden sich dort noch in einer frühen Phase mit hohen Erwartungen, aber geringer technologischer Reife.
Klassische Industrieroboter hingegen sind seit Jahren etablierte Produktivitätstreiber. Generative Künstliche Intelligienz (KI) bewegt sich bereits in Richtung produktiver Nutzung. Entscheidend ist daher nicht die Frage, ob KI-Robotik sinnvoll ist, sondern wo ihr Einsatz einen unmittelbaren Nutzen bringt.

KI dort einsetzen, wo sie sofort wirkt
Anstatt den Automatisierungszyklus von vorne zu beginnen, setzen einige Unternehmen auf einen pragmatischen Ansatz: Bestehende Industrierobotik wird gezielt mit KI-Funktionen erweitert, um ihre Leistungsfähigkeit weiter zu steigern. Ziel ist es, den Reifegrad etablierter Systeme im Gartner Hype Cycle zu verschieben – hin zu höherer Wirtschaftlichkeit, besserer Performance und grösserer Einfachheit. Im Mittelpunkt steht dabei nicht der einzelne Roboter, sondern der gesamte Automatisierungsprozess. Moderne All-in-one-Betriebssysteme ermöglichen eine zentrale Steuerung von Robotern, Peripherie, Sensorik und Prozesslogik ohne zusätzliche SPS-Strukturen. Alle beteiligten Komponenten sind über eine gemeinsame Plattform zugänglich – von der Projekteinrichtung über die Programmgenerierung bis zur Prozessüberwachung.

KI als Assistenzsystem
Ein wirkungsvoller Ansatz ist der Einsatz von KI als Assistenzsystem entlang des gesamten Lebenszyklus einer Automatisierungslösung. Statt isolierter KI-Module kommt ein AI-Copilot zum Einsatz, der bei Planung, Inbetriebnahme und Betrieb unterstützt. Die Interaktion erfolgt über Sprache, Chat oder grafische Benutzeroberflächen. Voraussetzung dafür ist eine Softwarebasis, die bereits einfach, übersichtlich und funktional aufgebaut ist. KI kann diese Basis unterstützen, jedoch keine grundlegend komplexe Software ersetzen.
Ist die zugrunde liegende Software hingegen klar strukturiert, gut handhabbar und auch ohne Expertenwissen nutzbar, kann KI ihre Stärken ausspielen: Sie erleichtert den Zugang zu Funktionen, macht Abläufe verständlicher und unterstützt Anwender dabei, Automatisierungsaufgaben schneller und sicherer umzusetzen. Prozesse bleiben dabei transparent und vollständig in die bestehende Systemlandschaft integriert. So lassen sich auch komplexe Automatisierungsaufgaben effizient umsetzen, ohne zusätzliche Spezialkenntnisse.

Praxisbeispiele aus der Industrie
Wie sich dieser Ansatz konkret in der Praxis auswirkt, zeigen praxisnahe Anwendungen. In der sprachgesteuerten Robotik etwa lassen sich Roboter über natürliche Sprache bedienen. Das System interpretiert die Anfrage, plant den Prozess und führt ihn autonom aus, beispielsweise indem eine gewünschte Anzahl an Schrauben in einen Karton gepackt werden soll.
Auch bei ganzheitlichen Automatisierungslösungen zeigt sich der Nutzen. In der Metallverarbeitung konnte mithilfe einer KI-gestützten Automatisierungslösung von Fruitcore Robotics das Teilehandling bei einem Automobilzulieferer von der Machbarkeitsanalyse bis zur produktiven Umsetzung innerhalb weniger Wochen realisiert werden.
Solche Projekte zeigen, dass KI-Robotik dann erfolgreich ist, wenn sie bestehende Prozesse ergänzt, vereinfacht und beschleunigt. Nicht, wenn sie diese vollständig ersetzt.

Fazit: KI-Robotik mit Praxisfokus
KI-Robotik wird die industrielle Automatisierung nachhaltig verändern. Der grösste Nutzen entsteht jedoch nicht durch spektakuläre humanoide Systeme, sondern durch pragmatische, integrierte Lösungen mit sofortigem Mehrwert. Dort, wo KI bestehende Industrierobotik leistungsfähiger, wirtschaftlicher und einfacher macht, schliesst sich die Lücke zwischen Hype und Realität.
Die Zukunft der KI-Robotik liegt weniger in der perfekten Imitation des Menschen, sondern in der konsequenten Optimierung industrieller Prozesse: effizient, robust und praxisnah.

INFOS | KONTAKT
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D-78467 Konstanz
T +49 (0)7531 94599 20
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August

all about automation, Zürich

Fachmesse für Industrieautomation
26. und 27. August
www.aaa-zürich.ch

maintenance, Zürich

Leitmesse für industrielle Instandhaltung
26. und 27. August
www.maintenance-schweiz.ch

September

AMB, Stuttgart

Internationale Messe für Metallbearbeitung
15. bis 19. September
www.messe-stuttgart.de/amb

KPA, Leipzig

Fachmesse für Design, Entwicklung und Beschaffung von Kunststoffprodukten
16. und 17. September
www.kpa-messe.de

ILMAC, Lausanne

Treffpunkt für die Chemie- und Life Science Branche
23. und 24. September
www.ilmac.ch