AMB, Stuttgart
Internationale Messe für Metallbearbeitung
15. bis 19. September
www.messe-stuttgart.de/amb
Bild: ASPION GmbH, Kay Fochtmann, stock.adobe.com
Wenn tonnenschwere Maschinenkomponenten um die halbe Welt reisen, steht weit mehr auf dem Spiel als nur ein pünktlicher Liefertermin. Mechanische und klimatische Belastungen können erhebliche Schäden verursachen und die Inbetriebnahme der Produkte verhindern.
Gerade im Maschinenbau, wo Projekte eng getaktet sind und Anlagen zuverlässig funktionieren müssen, wird der Transport damit zum kritischen Erfolgsfaktor. Doch wie lässt sich nachvollziehen, was auf tausenden Kilometern tatsächlich passiert ist? Und wie können Unternehmen Risiken frühzeitig erkennen, statt erst im Schadensfall reagieren zu müssen? Moderne Datenlogger versprechen hier eine neue Dimension an Transparenz: Sie helfen, Transportbedingungen lückenlos zu dokumentieren und komplexe Lieferketten besser zu beherrschen.
Globale Lieferketten sind für den Maschinenbau unverzichtbar. Die einzelnen Komponenten für Produktionsmaschinen, Industrieanlagen, Energie-, Verfahrens-, Transport- und Antriebstechnik legen oft tausende Kilometer zurück, bevor sie am Einsatzort ankommen und dort in Betrieb genommen werden. Während dieser Zeit sind sie extremen klimatischen Bedingungen, langen Standzeiten im Zwischenlager, an Häfen oder Grenzen sowie hohen mechanischen Belastungen ausgesetzt. Gerade bei projektbezogenen Transporten lassen sich Abweichungen vom geplanten Ablauf kaum vermeiden – mit potenziell gravierenden Folgen für Funktion, Lebensdauer und Inbetriebnahme der Anlagen.
Investitionsgüter sind besonders schadensanfällig
Die Vorteile globaler Beschaffung – Verfügbarkeit spezialisierter Komponenten und Kosteneffizienz – gehen somit mit erheblichen Risiken einher. Jeder zusätzliche Umschlag erhöht die Wahrscheinlichkeit von Stössen, Vibrationen oder fehlerhaftem Umgang mit dem Transportgut. Politische Unsicherheiten, verschärfte Zollkontrollen und geopolitische Spannungen verlängern Transportzeiten zusätzlich und führen dazu, dass Projektladungen ungeplant stillstehen oder Verpackungen geöffnet werden.
«Gerade für den Maschinenbau ist die Situation kritisch», erklärt Josia Fritz (Product Manager bei Aspion). Das auf moderne Sensorik spezialisierte Hightech-Unternehmen aus Karlsruhe entwickelt Schock- und Klimadatenlogger speziell für den Transport hochwertiger Investitionsgüter. Josia Fritz kennt die Herausforderungen von Unternehmen, deren Projekte stark termingetrieben sind und bei denen Transportschäden schnell zu erheblichen Verzögerungen führen können.
Ob Hydrauliksysteme, Fräs- und Drehmaschinen, Steuerungs- und Regelungssysteme oder Einzelkomponenten für Produktionslinien: Diese und viele weitere Produkte aus der Maschinenbaubranche reagieren sensibel auf unzulässige Schockbelastungen, Vibrationen oder klimatische Abweichungen, selbst wenn diese äusserlich nicht sofort erkennbar sind. «In vielen Fällen werden Schäden erst bei der Montage oder Inbetriebnahme festgestellt», berichtet Josia Fritz. «Dann muss nachvollziehbar dokumentiert werden, unter welchen Transportbedingungen die Anlage belastet wurde.»
Zwar kommen bei den Komponenten aufwendige Verpackungs- und Sicherungskonzepte zum Einsatz. Doch selbst diese stossen an ihre Grenzen, wenn schwere Industriegüter bei Umschlägen unsanft abgesetzt werden, Container bei Notbremsungen verrutschen oder Anlagen wochenlang extremen Temperaturen ausgesetzt sind. Mechanische Stossindikatoren oder einfache Temperaturstreifen liefern hier lediglich Momentaufnahmen. Eine durchgängige Rekonstruktion des Transportverlaufs ist damit nicht möglich. Für Transportversicherungen ist jedoch ein objektiver Schadensnachweis auf Basis belastbarer Messdaten entscheidend.
Datenlogger schaffen Transparenz bei komplexen Transporten
Moderne Transport-Datenlogger schliessen diese Informationslücke. «Unsere Datenlogger erfassen Temperatur, Luftfeuchtigkeit sowie mechanische Belastungen und speichern relevante Ereignisse mit Zeitstempel», erklärt Josia Fritz. Die Schwellenwerte werden projektspezifisch definiert und auf die jeweilige energietechnische Komponente abgestimmt. Die Geräte werden direkt an der Anlage oder deren Transportgestell angebracht und begleiten sie über die gesamte Route. Dann lassen sich die Messdaten per Smartphone-App auslesen – sowohl am Zielort als auch an Umschlagpunkten. Gerade bei komplexen Transporten, wie sie im Maschinenbau an der Tagesordnung stehen, ermöglicht dies eine Zustandsbewertung noch während des laufenden Projekts, etwa vor dem Weitertransport oder der Montage.
«Datensicherheit spielt dabei eine zentrale Rolle», betont Josia Fritz. «Bei unseren ASPION G-Log Datenloggern sind die Messdaten durch PIN-Schutz gesichert und vor Manipulation geschützt.» Unautorisierte Zugriffe oder Veränderungen werden erkannt und entsprechend gekennzeichnet.
Live-Tracking: Entscheidender Vorteil für Maschinenbauprojekte
Einen zusätzlichen Sicherheitsgewinn bieten Datenlogger mit Live-Tracking-Funktion. Josia Fritz: «Ein 360 Grad Live-Tracking-System wie der ASPION L-Track überträgt Zustands- und Standortdaten weltweit und kontinuierlich per Mobilfunk. Bei Grenzwertüberschreitungen oder aussergewöhnlichen Ereignissen wird automatisch eine Warnmeldung ausgelöst.»
Gerade bei zeitkritischen Projekten, etwa bei der Neuerrichtung komplexer Produktionsanlagen, kann diese Echtzeit-Information entscheidend sein. Unternehmen erhalten die Möglichkeit, unmittelbar einzugreifen, Transporte zu stoppen oder alternative Massnahmen einzuleiten, bevor ein Schaden entsteht oder sich verschärft.
Datenlogger zeichnen Messwerte grundsätzlich autonom auf. Die aussagekräftige Interpretation der Daten ist jedoch insbesondere bei schweren und sensiblen Komponenten anspruchsvoll. «Welche Beschleunigungen kritisch sind, hängt stark von Grösse, Gewicht und Transportweg der Anlage ab», erklärt Experte Josia Fritz. «Aspion unterstützt Industriekunden daher bei der Konfiguration der Geräte sowie bei der Auswertung der Messdaten.» Denn Transportbelastungen bestehen nicht nur aus einzelnen Stössen. Vibrationen bei Verladevorgängen, dynamische Belastungen beim Strassentransport oder kurzzeitige Extremereignisse können sensible Komponenten beschädigen. «Je länger ein Stoss dauert, desto grösser ist die Wahrscheinlichkeit für einen ernsthaften Schaden, denn Stoss ist nicht gleich Stoss: Ein kontrollierter Absetzvorgang lässt sich deutlich von einem harten Aufprall unterscheiden», fasst Josia Fritz zusammen.
Der Nutzen digitaler Datenlogger geht über den Schadensnachweis in Form belastbarer Indizien hinaus. Unternehmen gewinnen ein realistisches Bild davon, welchen Belastungen ihre Produkte auf bestimmten Routen, mit bestimmten Verkehrsträgern oder Logistikpartnern tatsächlich ausgesetzt sind. «Datenlogger wirken wie ein Flugschreiber», beschreibt Josia Fritz. Die gewonnenen Erkenntnisse helfen dabei, Verpackungskonzepte zu optimieren, Transportstrategien anzupassen und Risiken bereits in der Projektplanung zu reduzieren. So lassen sich Folgeschäden, Projektverzögerungen und Zusatzkosten nachhaltig vermeiden.
Fazit
Moderne Datenlogger machen sichtbar, was auf Transportwegen im Maschinenbau bislang oft im Verborgenen lag: die tatsächlichen Belastungen während komplexer Transporte. Sie ermöglichen nicht nur eine lückenlose Dokumentation und fundierte Schadensbewertung, sondern geben Unternehmen auch die Chance, aus realen Transportdaten zu lernen. Wer diese Transparenz nutzt, kann Prozesse gezielt verbessern, Risiken reduzieren und Projekte zuverlässiger umsetzen – ein entscheidender Schritt, um den steigenden Anforderungen globaler Lieferketten gerecht zu werden.
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Fachmesse für Produktions- und Prozessautomatisierung, Robotik und Digitalisierung
23. und 24. September
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