ALUMINIUM, Düsseldorf
Weltmesse und Kongress
6. bis 8. Oktober
www.aluminium-exhibition.com
Bilder: Bystronic Laser AG
Die Schweizer Blechbearbeitungsindustrie steht unter Druck: Steigende Kosten, Fachkräftemangel, volatile Absatzmärkte und ein hoher internationaler Wettbewerbsdruck verlangen nach immer effizienteren Produktionsprozessen. Gleichzeitig erwarten Kunden kürzere Lieferzeiten, kleinere Losgrössen und konstant höchste Qualitätsstandards. Vor diesem Hintergrund entwickelt sich Automation von einer Option zu einer strategischen Notwendigkeit. Wer heute Maschinen, Materialfluss, Software und Daten intelligent miteinander vernetzt, schafft die Grundlage für höhere Produktivität, mehr Flexibilität und eine nachhaltig wettbewerbsfähige Fertigung.
Die Schweizer Industrie ist weltweit für Präzision, Qualität und Innovationskraft bekannt. Doch auch hier verändern sich die Rahmenbedingungen spürbar. Der zunehmende Fachkräftemangel, steigende Kosten, volatile Märkte und ein anhaltend hoher internationaler Wettbewerbsdruck stellen produzierende Unternehmen vor grosse Herausforderungen.
Besonders deutlich zeigt sich dieser Wandel in der Blechbearbeitung. Kunden erwarten heute kürzere Lieferzeiten, höchste Qualität und gleichzeitig eine immer stärkere Individualisierung ihrer Produkte. Gleichzeitig müssen Unternehmen wirtschaftlich produzieren, auch bei kleinen Losgrössen und häufig wechselnden Aufträgen.Für viele Schweizer Blechbearbeitungsbetriebe stellt sich deshalb nicht mehr die Frage, ob sie automatisieren sollen, sondern wie schnell und in welchem Umfang.
Schlüsselbranche mit hoher Wertschöpfung
Die MEM-Industrie zählt zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen der Schweiz. Sie beschäftigt über 320’000 Mitarbeitende, erwirtschaftet rund die Hälfte der industriellen Wertschöpfung des Landes und generiert etwa drei Viertel ihres Umsatzes im Exportgeschäft. Über 10’000 Unternehmen gehören zur MEM-Industrie, die grosse Mehrheit davon sind KMU. Der Anteil der Tech-Industrie beträgt rund 6 Prozent an der Gesamtbeschäftigung der Schweiz [1].
Gerade diese mittelständisch geprägte Struktur macht die Branche besonders interessant. Viele Unternehmen produzieren hochspezialisierte Komponenten, Präzisionsteile und anspruchsvolle Baugruppen. Die Anforderungen an Flexibilität und Prozesssicherheit sind entsprechend hoch.
Gleichzeitig steht die Branche wirtschaftlich unter Druck. Laut Swissmem stagnierte die Schweizer Tech-Industrie im Jahr 2025 weitgehend. Die Umsätze gingen leicht um 0,3 Prozent zurück, während die Auftragseingänge lediglich um 1,4 Prozent zulegten. Die Exportindustrie sieht sich zusätzlich mit geopolitischen Unsicherheiten, Währungseinflüssen und internationalen Handelshemmnissen konfrontiert. Unter diesen Bedingungen gewinnt die Effizienz der Produktion entscheidend an Bedeutung.
Von der Einzelmaschine zur vernetzten Prozesskette
Noch vor wenigen Jahren arbeiteten in vielen Blechbearbeitungsbetrieben Laserschneidanlagen, Abkantpressen und Lagertechnik weitgehend unabhängig voneinander. Materialtransport, Auftragsverwaltung und Teilehandling erfolgten oftmals manuell.
Heute verändert sich dieses Bild grundlegend: Moderne Fertigungsumgebungen setzen zunehmend auf vernetzte Prozessketten, in denen Maschinen, Automationssysteme und Softwareplattformen nahtlos zusammenarbeiten. Robotik, automatische Be- und Entladesysteme, intelligente Lagersysteme und digitale Produktionssteuerung bilden das Fundament einer modernen Blechbearbeitung.
Weltweit wächst der Markt für Automationslösungen in der Blechbearbeitung entsprechend dynamisch. Marktanalysen prognostizieren bis 2033 jährliche Wachstumsraten von rund neun Prozent. Haupttreiber sind Produktivitätssteigerungen, Qualitätsanforderungen, kürzere Lieferzeiten sowie der Mangel an qualifizierten Fachkräften [2].
Fachkräftemangel beschleunigt die Automatisierung
Besonders in der Schweiz wird Automation zunehmend zum strategischen Instrument zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit. Technische Berufe zählen weiterhin zu den Berufsgruppen mit dem höchsten Fachkräftemangel. Ingenieurtechnische und produktionstechnische Fachkräfte gehören schweizweit nach wie vor zu den am stärksten nachgefragten Berufsprofilen [3].
Für viele Blechbearbeitungsunternehmen wird es immer schwieriger, qualifizierte Maschinenbediener, Programmierer oder Produktionsspezialisten zu finden. Gleichzeitig dürfen wertvolle Fachkräfte nicht mit repetitiven Aufgaben wie Materialhandling, Sortierarbeiten oder manueller Be- und Entladung gebunden werden.
Automatisierung schafft hier die notwendigen Freiräume. Mitarbeitende können sich auf wertschöpfende Tätigkeiten konzentrieren, während standardisierte Arbeitsschritte automatisiert ablaufen. Dadurch steigt nicht nur die Produktivität, sondern oftmals auch die Attraktivität des Arbeitsplatzes.
Automation ist längst kein Grosskonzern-Thema mehr
Noch immer hält sich die Vorstellung, Automatisierung sei ausschliesslich etwas für Grossunternehmen mit hohen Stückzahlen. Die Realität sieht heute anders aus. Modulare Lösungen ermöglichen einen schrittweisen Einstieg entsprechend den individuellen Anforderungen eines Betriebs. Unternehmen können ihre Produktion etappenweise erweitern und das Automatisierungsniveau sukzessive erhöhen. Bystronic verfolgt genau diesen Ansatz und bietet Lösungen für unterschiedliche Entwicklungsstufen.
Bereits im Einstiegsbereich ermöglicht beispielsweise die Kombination einer Laserschneidanlage wie der ByCut Eco mit dem automatisierten Ladesystem ByLoader Flex eine deutliche Reduktion manueller Eingriffe. Das steigert die Maschinenlaufzeit und erhöht gleichzeitig die Prozesssicherheit.
Für Unternehmen mit höherem Produktionsvolumen bietet eine Kombination aus ByCut und ByTrans Extended zusätzliche Potenziale. Das automatische Be- und Entladesystem mit zwei Materialkassetten verbessert den Materialfluss erheblich und reduziert Nebenzeiten.
Wer den nächsten Schritt in Richtung Smart Factory gehen möchte, kann seine Fertigung mit ByTrans Modular, ByTower und BySort zu einer weitgehend autonomen Produktionsumgebung ausbauen. Automatische Materiallagerung, Teileentnahme und Sortierung ermöglichen einen kontinuierlichen Produktionsfluss, auch ausserhalb regulärer Arbeitszeiten.
Digitalisierung verbindet alle Prozesse
Automation entfaltet ihr volles Potenzial jedoch erst dann, wenn sämtliche Prozesse digital miteinander verknüpft sind. In vielen Unternehmen entstehen heute noch Medienbrüche zwischen Offerte, Arbeitsvorbereitung, Fertigung, Logistik und Administration. Genau hier setzt die durchgängige Digitalisierung an.
Mit der BySoft Suite bietet Bystronic eine integrierte Softwareplattform, die sämtliche Prozessschritte von der Angebotserstellung über die Produktionsplanung bis zur Auslieferung digital verbindet. Die offene Architektur erlaubt die Integration bestehender ERP-Systeme und die Vernetzung von Drittmaschinen. Dadurch entsteht eine einheitliche Datenbasis über den gesamten Produktionsprozess hinweg.
Für Schweizer Fertigungsunternehmen mit komplexen Abläufen und hoher Variantenvielfalt stellt dies einen wesentlichen Wettbewerbsvorteil dar. Entscheidungen können schneller und datenbasiert getroffen werden, während Transparenz und Planbarkeit steigen.
Verfügbarkeit wird zum entscheidenden Erfolgsfaktor
Je stärker Produktionsprozesse automatisiert werden, desto wichtiger wird die Anlagenverfügbarkeit. Ungeplante Stillstände können in hochautomatisierten Fertigungsumgebungen erhebliche Kosten verursachen. Deshalb gewinnt Predictive Maintenance zunehmend an Bedeutung. Durch die kontinuierliche Analyse von Maschinendaten lassen sich Störungen frühzeitig erkennen und Wartungsmassnahmen gezielt planen. Der moderne Serviceansatz von Bystronic setzt genau auf diese präventive Unterstützung. Kunden profitieren von schnellen Reaktionszeiten, planbaren Wartungsfenstern und einer höheren langfristigen Verfügbarkeit ihrer Anlagen.
Die Zukunft gehört vernetzten Produktionssystemen
Die Schweizer Blechbearbeitungsindustrie steht vor einem tiefgreifenden technologischen Wandel. Während der internationale Wettbewerbsdruck steigt und qualifizierte Fachkräfte zunehmend schwer zu finden sind, eröffnen Automation und Digitalisierung neue Möglichkeiten für Effizienz, Qualität und Flexibilität. Dabei zeigt sich immer deutlicher: Nicht die einzelne Maschine entscheidet über den Erfolg, sondern das Zusammenspiel aus Maschine, Automation, Software und Service. Unternehmen, die diesen ganzheitlichen Ansatz frühzeitig umsetzen, schaffen die Grundlage für eine wirtschaftliche und zukunftssichere Produktion. Oder anders gesagt: Wer heute in vernetzte Automatisierung investiert, stärkt die Wettbewerbsfähigkeit seines Unternehmens für die Herausforderungen von morgen.
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Literatur
[1] Swissmem: «Aktuelle Lage der Schweizer Tech-Industrie 2025 Q4»
[2] dataintelo.com – «Sheet Metal Automation Market» / makeverse.com – «Die grössten Trends in der Blechbearbeitung für 2025»
[3] www.stellenmarktmonitor.uzh.ch/de/indices/fachkraeftemangel.html
Internationale Fachmesse für Produktions- und Montageautomatisierung
6. bis 8. Oktober
www.motek-messe.de
Internationale Fachmesse für industrielle Klebetechnologie
6. bis 8. Oktober
www.bondexpo-messe.de