Swissmechanic-Geschäftsklima-Index für KMU-MEM.

Ausgabe 09 | 2021

Am Anfang eines Nachkrisen-Booms

Swissmechanic Schweiz

Im Juli schätzte zum ersten Mal seit zwei Jahren die Mehrheit der befragten KMU der MEM-Branche das Geschäftsklima als positiv ein. Die meisten abgefragten Indikatoren – von den Aufträgen über die Umsätze bis zur Kapazitätsauslastung – stehen klar auf Expansion. Bei den Margen und Arbeitsplätzen ist die Trendwende nun ebenfalls erreicht. Herausforderung Nummer Eins sind mittlerweile die Lieferketten: Der Schuh drückt bei der Verfügbarkeit, den Lieferfristen und den Preisen von Vorprodukten.

Die MEM-Branche befindet sich am Anfang eines Nachkrisen-Booms. Dies zeigt die neuste Quartalsbefragung der Swissmechanic-Mitgliedsunternehmen. Nach zwei Jahren im roten Bereich hat der Swissmechanic-Geschäftsklima-Index im Juli 2021 deutlich in den grünen Bereich gedreht. Dahinter steht, dass mittlerweile die grosse Mehrheit (75 Prozent) der befragten Swissmechanic-Mitgliedsunternehmen die Lage als (eher oder sehr) günstig einschätzt. Noch im April dieses Jahres sahen es weniger als die Hälfte so (46 Prozent).

KMU-MEM auf Expansionskurs
Die Erholung in der MEM-Branche hat im zweiten Quartal 2021 weiter Fahrt aufgenommen: Die Auftragseingänge und Umsätze sind gegenüber dem Vorjahresquartal (2020 Q2) stark angestiegen, was teilweise am starken Einbruch ein Jahr zuvor liegt. Ähnliches gilt auch für die MEM-Exporte, welche rekordverdächtig zulegten. Neu zeichnet sich im zweiten Quartal auch bei den Margen und dem Personal eine Trendwende ab. Die Kapazitätsauslastung stieg im Juli 2021 auf 92 Prozent und ist damit höher als vor Pandemiebeginn.

Probleme bei den Lieferketten
Die Lieferketten-Probleme und der Arbeitskräfte-Mangel liegen auf der Sorgenliste aktuell vor dem Auftragsmangel. Bei den Lieferketten harzt es mit Abstand am meisten bei der Verfügbarkeit, den Lieferfristen und den Preisen von Rohmaterialien (zum Beispiel Metallen) und Zwischenprodukten (zum Beispiel Mikro-Chips). Die Knappheit bei den Vorprodukten ist primär ein Symptom der (globalen) Aufholjagd sowie der Verschiebung von Konsum- und Produktionsmustern. So hat beispielsweise der Digitalisierungsschub durch die Pandemie einen wesentlichen Anteil an der Mikro-Chip-Knappheit.

Überregulierung und Paragrafenflut gefährden den Werkplatz Schweiz
Trotz der Probleme im Supply-Chain-Bereich ist damit zu rechnen, dass sich in der MEM-Branche der noch junge Boom in diesem und nächsten Jahr fortsetzen wird. Damit die KMU-MEM dauerhaft einen höheren (strukturellen) Wachstumspfad erreichen, müssen ihre Rahmenbedingungen verbessert werden. Dafür setzt sich Swissmechanic in Bundesbern ein. Die zahlreichen Regulierungen und die stetig ansteigende Flut von Paragrafen schränken Eigeninitiative und Unternehmertum immer stärker ein und bremsen die Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen, was sich negativ auf Innovation und Arbeitsplätze auswirkt. Der Wirtschaftsstandort Schweiz verliert permanent an Attraktivität. Das darf nicht sein. Deshalb unterstützt Swissmechanic die Einführung einer Regulierungsbremse sowie alle Massnahmen, die zur Entlastung der Unternehmen von Regulierungskosten beitragen. Davon profitiert der Werkplatz Schweiz und somit die ganze Gesellschaft.

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