Die Datenwirtschaft wird sich zwischen 2018 und 2025 fast verdreifachen.

Ausgabe 02 | 2022

Wegweiser in die Datenökonomie

Hewlett Packard Enterprise

Eine YouGov-Umfrage zeigt: Fertigungsbetriebe nutzen ihre Daten zu wenig für neue Möglichkeiten der digitalen Wertschöpfung. Der Grund: Ihnen fehlt die Reife dafür. Was genau darunter zu verstehen ist und wie die Unternehmen dies ändern können, erläutert dieser Artikel.

Sachdaten: So nüchtern dieser Begriff klingt, so gross sind die Hoffnungen, die Unternehmen weltweit daran knüpfen. Das Eidgenössische Institut für Geistiges Eigentum hält sie für eine wich-tige Quelle des Wirtschafts-wachstums in den nächsten Jahrzehnten. Während die zurück-liegende Digitalisierungswelle massgeblich von «Personendaten» getragen wurde – man denke nur an soziale Medien wie Facebook – dreht sich die kommende Welle um Informationen, die in Maschinen, Haushaltsgeräten, Autos usw. erzeugt werden. Die deutsche Plattform Industrie 4.0 hat vor zehn Jahren den Begriff «Cyberphysische Systeme» eingeführt, mit «Digitaler Zwilling» ist in den letzten Jahren ein weiterer Begriff hinzugekommen. Egal wie man es nennt: Immer geht es um die Verknüpfung von Dingen und Daten, um die Verschmelzung der realen mit der virtuellen Welt. Diese Sachdaten tragen entscheidend dazu bei, dass sich das globale Daten-volumen zwischen 2018 und 2025 auf 175 Zettabytes verfünffachen wird.

Wert der Fertigungsdaten: 1,5 Billionen Euro
Dieses Mehr an Informationen lässt sich für neue Geschäftsmodelle, bessere Entscheidungen und neue Kundenerlebnisse nutzen. Das schafft Wachstum und macht Unternehmen robuster, auch gegen unvorhergesehene Veränderungen in der globalen Wirtschaft. So wird für die Europäische Union prognostiziert, dass sich die Datenwirtschaft zwischen 2018 und 2025 fast verdreifachen und ein Volumen von 829 Milliarden Euro erreichen wird. Die Europäische Kommission schätzt den Wert dieser Daten im Jahr 2027 allein im Fertigungssektor auf 1,5 Billionen Euro.
So vielversprechend diese Zahlen klingen, so werden sich viele Unternehmen doch fragen, wie gerade sie von der Datenökonomie profitieren können. Mittlerweile gibt es zahlreiche Erfolgsbeispiele, vor allem aus der Qualitätssicherung oder der Wartung. ABB Turbosystems integriert in seinen digitalen Fabriken der Zukunft alle Daten entlang der Wertschöpfungskette. Das eliminiert Papierprozesse, schafft Transparenz, entlastet die Mitarbeitenden von der Ausführung wertarmer Arbeiten und hilft dem Unternehmen, schnelle und sinnvolle Entscheidungen zu treffen. Auch kleine Betriebe profitieren: Die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften hat für den Burgdorfer Blechbearbeiter Lasatec einen Machine-Learning-Algorithmus entwickelt, mit dem Betriebe ihren Kunden Kapazitäten zuteilen und priorisieren können, auch bei unvorhergesehenen Veränderungen der Kapazitäten oder der Auftragslage. Diese und weitere erfolgreiche Projekte zeigen: Nutzen Unternehmen ihre Daten konsequent, können sie Zeit und Kosten sparen und neue Geschäftsmodelle aufsetzen.

Souverän der eigenen Daten
Diese Chancen nutzt die Schweizer Fertigungsindustrie leider noch zu wenig. Der Grund: Vielen Betrieben fehlt die nötige Reife bei der Datenwertschöpfung. Dafür braucht es strategische, organisatorische und technische Voraussetzungen. Unverzichtbar ist eine Datenstrategie als Bestandteil der Unternehmensstrategie. Die Geschäftsleitung steuert diese aktiv, etwa über Budgetzuweisungen und Erfolgskontrollen. Dabei sollte sich ein Unternehmen nicht zu sehr von einzelnen Technologien, Dienstleistern oder Plattformen abhängig machen. Nur wer Strukturen und Expertise im eigenen Haus aufbaut, bleibt Souverän seiner Datenwertschöpfung.
Diese Strukturen sollten sowohl die internen Abteilungen und Geschäftsbereiche als auch externe Partner und Ökosysteme umfassen, denn nur in der Vernetzung werden neue Geschäftsmodelle überhaupt möglich. Diese Voraussetzungen bilden die Säulen eines Reifegradmodells, das Hewlett Packard Enterprise (HPE) entwickelt hat. Es bewertet die Fähigkeit von Unternehmen, Daten wertschöpfend einzusetzen, anhand von strategischen, organisatorischen und technischen Merkmalen. Es ordnet die Unternehmen in fünf Reifegradstufen ein, wobei die niedrigste Stufe 1 den Zustand der Daten-Anarchie bezeichnet, bei der die Geschäftsbereiche ihre Daten isoliert halten und kaum auswerten. Die höchste Stufe 5 bezeichnet den Zustand der Daten-Ökonomie, mit einer einheitlichen Datenbewirtschaftung intern wie extern, wobei das Unternehmen die Daten effektiv für die Wertschöpfung einsetzt.

Die Reife fehlt
Auf der Grundlage dieses Reifegradmodells hat das Marktforschungsunternehmen YouGov eine Umfrage unter mehr als 800 Führungskräften in Deutschland, Österreich und der Schweiz durchgeführt. Die Ergebnisse sind teilweise ernüchternd, wobei die Unterschiede zwischen den drei Ländern marginal sind. Der Durchschnitt bei allen Befragten beträgt 2,1. Weiter zurück liegen Firmen mit weniger als 250 Mitarbeitenden: Sie kommen nur auf einen Reifegrad von 1,7. Die Hälfte der Unternehmen beherbergt ein Archipel von Dateninseln, zwischen denen es kaum Verbindungen gibt. Und zwei Drittel der befragten Vorstände und Geschäftsführer sagen, dass ihr Unternehmen keine Datenstrategie habe. Immerhin ein Lichtblick: Bei den Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitenden gibt es eine Handvoll, die annähernd die Stufe 5 erreichen. Besonders schlecht sieht es mit dem Reifegrad 1,6 bei der Bewertungsdimension «Analytics und Künstliche Intelligenz» aus, also dort, wo Betriebe aus dem Maschinenbau besonders profitieren könnten, etwa in der Qualitätssicherung.
Vielen Unternehmen ist bewusst, dass sie mehr tun müssen. Die Zeit drängt: So hat sich laut McKinsey die Lücke zwischen Gewinnern und Verlierern der digitalen Transformation im Zeitraum Dezember 2018 bis Mai 2020 «dramatisch» vergrössert. Und die Corona-Krise hat diese Entwicklung noch beschleunigt.
So ist es nur verständlich, dass die Nachzügler für den langen Weg in die Datenökonomie eine Abkürzung suchen. Angebote gibt es genug. In der Schweiz begleiten viele Verbände, Plattformen und Hochschulen die Digitalisierung vor allem kleiner und mittelständischer Unternehmen, und diverse Firmen versprechen den schnellen Weg ins Glück, etwa mit vortrainierten KI-Modellen aus der Cloud.

Es gibt keine Abkürzung
Die schlechte Nachricht lautet: Es gibt keine Abkürzung in die Datenökonomie. Das europäische Projekt Gaia-X zum Beispiel öffnet Firmen über sogenannte Datenräume den Zugang zu riesigen Datenpools. Doch das bringt nur für die Unternehmen einen grossen Fortschritt, die bereits in der Lage sind, externe Datenökosysteme effizient und effektiv für ihre Wertschöpfung einzusetzen – und das gilt laut der YouGov-Umfrage gerade mal für zwei Prozent der Unternehmen.
Der Weg dorthin ist deshalb so lang, weil er Veränderungen in jeder Facette eines Unternehmens erfordert: Strategie, Organisation, Prozesse, Personal, Kultur, Technik – alles muss auf den Prüfstand. Es gibt aber auch eine gute Nachricht: Dieser Weg ist planbar, und es gibt Mittel und Wege, um schneller voranzukommen. Der Lohn eines produktiven Einsatzes von Daten ist ein nachhaltiges profitables Wachstum und Souveränität über das eigene Geschäftsmodell.

Kostenloser Selbsttest
Was tun? Der erste Schritt ist eine schonungslose Bestandsaufnahme. Dazu hat HPE das Bewertungssystem des Reifegradmodells in einem Self-Assessment zugänglich gemacht. Damit können Unternehmen ihren eigenen Datenwertschöpfungs-Reifegrad insgesamt und für jede einzelne Bewertungsdimension ermitteln. Zudem können sie ihr Resultat mit den Ergebnissen der YouGov-Umfrage als Benchmark vergleichen. Teilnehmer erhalten somit ein differenziertes Bild in Bezug auf die Fähigkeit ihrer Organisation, Daten wertschöpfend einzusetzen. Und sie erhalten präzise Handlungsanweisungen, die auf ihre individuellen Stärken und Schwächen zugeschnitten sind. So kommt es beispielsweise vor, dass ein Unternehmen beim Technologie-Einsatz relativ weit fortgeschritten ist, dass sich die Geschäftsbereiche aber dagegen sträuben, Daten miteinander zu teilen. In einem solchen Fall besteht der grösste Handlungsbedarf bei Strategie und Organisation. Pilot- oder Leuchtturmprojekte können dann ein Mittel sein, um Akzeptanz und Unterstützung herbeizuführen.

Fazit
An der Digitalisierung und einer datenzentrierten Wertschöpfung führt kein Weg vorbei. Schweizer Betriebe im Maschinenbau müssen sich jetzt auf den Weg machen – der zwar lang ist, aber eine nachhaltig erfolgreiche Zukunft verspricht. Dabei hilft ihnen das Reifegradmodell von HPE, das über ein Self-Assessment online allen Interessenten kostenlos zur Verfügung steht.

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