Swissmechanic Geschäftsklima-Index für die KMU-MEM-Branche.

Ausgabe 06 | 2022

Die MEM-Branche wächst weniger dynamisch

Swissmechanic Schweiz

Nach der rasanten Erholung vom 2. Halbjahr 2021 ist die MEM-Branche schwungvoll ins erste Quartal 2022 gestartet. Der Ukraine-Krieg und die Zero-Covid-Politik Chinas dämpfen diese Dynamik und vor allem die Margen. Nachholeffekte werden laut der jüngsten Quartalsbefragung von Swissmechanic Schweiz trotzdem für ein überdurchschnittliches Wachstum sorgen. Das Beschaffungsprogramm für die neuen Kampfjets kann wichtige Impulse geben.

Der positive Trend bei den kleineren und mittleren Unternehmen der MEM-Branche hat sich in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres fortgesetzt. Auch wenn die meisten Indikatoren auf eine Verlangsamung hindeuten, besteht immer noch ein beträchtliches Nachholpotenzial. Das zeigt die jüngste Quartalsbefragung von Swissmechanic, dem Arbeitgeberverband der KMU der MEM-Branche.
Die hohe Kapazitätsauslastung bei den Kunden treibt den Bedarf nach Ausrüstungsinvestitionen an. Exporte und Preise haben entsprechend zugelegt. Den Betrieben gelang es, ihre Auftragseingänge, Umsätze und Personalbestände gegenüber dem Vorjahresquartal zum vierten Mal in der Folge zu steigern, auch wenn sich die Dynamik bei den Aufträgen und Umsätzen verlangsamt hat. Einzig bei den EBIT-Margen hat eine Stagnation stattgefunden.

Ukraine und China belasten
Der Ukraine-Krieg trifft die Schweizer MEM-Branche stärker als die Gesamtwirtschaft. Auf der Nachfrageseite fällt der Exportrückgang nach Russland und in die Ukraine zwar kaum ins Gewicht. Viel belastender wirkt sich die erhöhte geopolitische Unsicherheit aus. Eine geringere Investitionsneigung der Unternehmen und die Aufwertung des Schweizer Frankens gegenüber dem Euro werden spürbar. Zudem sind gerade die Hauptabnehmerländer der Schweizer MEM-Betriebe, allen voran Deutschland, besonders von der Krise betroffen.
Auf der Angebotsseite schlagen die höheren Energiepreise zu Buche. Die aktuelle Quartalsbefragung zeigt, dass diese Kosten für die KMU-MEM ein belastender Faktor sind – die Margen stagnieren. Weiter verschärft haben sich die Lieferkettenprobleme, unter anderem weil die Ukraine ein wichtiger Stahlproduzent ist. Viel stärker ins Gewicht fallen jedoch die Lockdowns in China, die sich negativ auf die Produktion und Logistik von Vorleistungsgütern auswirken.

Nachlassende Dynamik
Die Quartalsumfrage zeigt, dass die Belastungsfaktoren Ukraine-Krieg und Chinas Zero-Covid-Strategie die MEM-Branche 2022 zwar signifikant bremsen werden, dass sie aber wegen der Nachholeffekte im längerfristigen Vergleich immer noch überdurchschnittlich wachsen dürfte. Seit einem Jahr bewegt sich der Swissmechanic Geschäftsklima-Index für die KMU der MEM-Branche klar im positiven Bereich. Rund 70 Prozent der befragten KMU beurteilen das Geschäftsklima immer noch als günstig, bei steigender Kapazitätsauslastung und wachsendem Auftragsbestand.
Im zweiten Quartal soll sich diese Expansion fortsetzen, vor allem beim Personal, mit etwas nachlassender Dynamik auch bei Auftragseingängen und Umsätzen. Bei den Margen wird im Branchenschnitt hingegen eine Stagnation erwartet.

Stärkung der industriellen Basis und Schaffung von neuen Kompetenzen
Vor diesem konjunkturellen Hintergrund bleibt die Sicherung und Förderung des Werkplatzes Schweiz ein wichtiges Anliegen. Bedeutende Impulse kann hier gerade die geplante Kampfjetbeschaffung vermitteln. Der Kauf von 36 neuen Kampfflugzeugen ist nämlich mit Industrieaufträgen verbunden und ermöglicht über Jahrzehnte hinweg den Aufbau neuer Kompetenzen, den Know-how-Transfer und die Schaffung von hochqualifizierten Arbeitsplätzen. Solche Investitionen in den Technologiestandort Schweiz und in zukunftsgerichtete Arbeitsplätze sind mehr als willkommen.

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