Auszug aus dem Portfolio der Sigmacarb SA.

Ausgabe 09 | 2022

Gemeinsam mit den Kunden gewachsen

Sigmacarb SA

Luigi Radicchi konnte seinen Traum – basierend auf den Grundlagen zur Herstellung von Hartmetallen – 1998 mit der Gründung der Sigmacarb SA verwirklichen. Davor sammelte er Erfahrungen in diversen Produktionsbereichen, von der Pulveraufbereitung und dem Mischen bis hin zu den verschiedenen Press- und Sinter-Verfahren. Maschinenbau schaut mit ihm kurz in die Vergangenheit aber auch in die Zukunft.

Wie kam es zur Gründung des Unternehmens Sigmacarb SA?
Nach meinem technischen Schulabschluss war meine erste Berufserfahrung die Herstellung von Hartmetallen. Mein damaliger Arbeitgeber ermöglichte mir berufsbegleitend eine Weiterentwicklung in dieser Branche. So kam es – dank verschiedenen Kursen und Abendschulen, auch in den Bereichen Marketing und Unternehmensführung –, dass ich innerhalb weniger Jahre zum Direktor des Unternehmens aufsteigen konnte. Das Unternehmen wurde später verkauft und nach diversen Engagements und Learning by doing gelang es mir, mich mit Sigmacarb SA selbstständig zu machen.

Mit dem Engagement der zweiten Generation ist der Fortbestand des Unternehmens auf die Zukunft ausgerichtet. Bleibt der Schwerpunkt Ihrer Aktivitäten als Technologie- und Qualitäts-Zulieferer auf kundenspezifischen Hartmetall-Lösungen für ein breites Segment bestehen, oder planen Sie die Spezialisierung auf lukrative Nischen und den Aufbau eigener Marken zum Beispiel für Zerspanungswerkzeuge zur Metall- oder Holzbearbeitung usw.?
Unser Hauptziel ist es, mit oder für unsere Kunden modernste Private-Label-Lösungen zu untersuchen und zu entwickeln. Das ist einer der Gründe, warum wir von unseren Partnern so geschätzt werden. Sie haben uns stets ihr Vertrauen geschenkt und bauen bis heute auf unsere konsequent gelebte Politik des kundenspezifischen Schutzes der jeweiligen Entwicklungen und des zielführenden Engagements in Gestalt von marktfähigen Lösungen. Weil wir mit unseren Produkten in viele Anwendungsbereiche diversifizier(t)en, konnten und können wir breite Erfahrungen mit sehr unterschiedlichen Produktionsmethoden und -technologien sammeln. Dies versetzt uns bis heute in die Lage, immer komplexere und präzisere Produkte zu wettbewerbsfähigen Preisen und in kurzen Zeiträumen herzustellen.

Ihr Unternehmen verfügt über die Kompetenz und die gesamte Prozesskette für die Produktion von Hartmetall-Werkzeugen und -Komponenten ab dem Mischen hochwertiger Basismaterialien über die Präzisionsfertigung und die Qualitätsdokumentation. Mit wie vielen Mitarbeitenden und mit welchem Equipment realisieren Sie die Wünsche einer immer anspruchsvolleren Kundschaft?
Die Tatsache, dass wir in einem Familienunternehmen über ein so tiefes und breites Wissen über Hartmetall-Produkte verfügen, hilft uns in allen Phasen. Eben vom Entwurf über die Produktionsmethoden bis hin zu neuen Ideen, sowohl was die Legierungen als auch Geometrien und letztlich die Anwendungen betrifft. Obwohl wir diese Prozesskette beherrschen, haben wir uns intern entschieden, die Rohstoffe nicht selbst zu mischen, sondern die besten auf dem Markt erhältlichen Mischungen von einem weltweit führenden Unternehmen, mit dem wir seit unserer Gründung zusammenarbeiten, zu beschaffen. Wir pflegen eine sehr fruchtbare Arbeitsbeziehung und können einen gleichbleibend exzellenten Service bieten, nicht zuletzt indem wir Lieferungen und Bestände perfekt planen.

Die Lieferketten gerade für die Hartmetall-Basismaterialien sind weltweit sehr volatil bis unberechenbar geworden. Wie begegnen Sie dieser Problematik, um Ihre Lieferfähigkeit aufrecht zu erhalten?
Trotz der anhaltend schwierigen Marktsituation hatten wir dank unserer sehr guten Lieferanten-Beziehungen bis dato noch nie Probleme mit Rohstoffengpässen, weder bei den Standard-Mischungen noch bei den von uns entwickelten Mischungen, die ausschliesslich für unser Unternehmen produziert werden. Die wie erwähnt vorausschauende Planung und zudem die Fähigkeit, auch grosse Mengen auf Vorrat zu lagern, helfen uns auf Dauer, den Schwierigkeiten des instabilen Marktes zu begegnen.

Neue Schneidstoffe, neue Beschichtungen, neue Schneiden-Geometrien stellen einzeln und in Summe eine grosse und permanente Herausforderung dar. Setzen Sie nach wie vor auf die Beherrschung aller relevanten Technologien im eigenen Haus oder arbeiten Sie verstärkt mit kompetenten Zulieferern zusammen?
Wir sind und bleiben stets am Ball und haben in den letzten Jahren trotz der Pandemie mehrere Millionen in neue Technologien investiert. Wir verfügen immer über die neuesten am Markt erhältlichen Systeme und Lösungen zum Pressen, zum Sintern, für hochpräzise Schleif- und Finish-Prozesse sowie die Schnittkanten-Präparation, für die Konstruktion und Herstellung unserer Pressformen und schliesslich für die automatische Qualitätskontrolle. Und weil es nicht immer möglich ist, alles zu bieten was der Markt gerade verlangt, arbeiten wir in bestimmten Bereichen seit langer Zeit mit hoch spezialisierten und erfahrenen Lieferanten zusammen. Diese wählen wir aus nach dem Kriterium, unseren Kunden immer den bestmöglichen Service und das bestmögliche Produkt bieten beziehungsweise liefern zu können. Als Beispiel wäre hier der Bereich Beschichtung zu nennen, in dem wir eng mit den führenden Kompetenz-Partnern des schweizerischen und des europäischen Marktes zusammenarbeiten.

Nächstes Jahr feiert Sigmacarb SA den 25. Geburtstag. Geben Sie unseren Lesern bitte einen Ausblick, was diese in näherer Zukunft technisch, personell und auch unternehmerisch erwarten dürfen. Oder anders herum: Wo sehen Sie Sigmacarb SA in 25 Jahren?
Wir werden sicherlich mit der Zeit gehen und weiterhin auf dem Laufenden bleiben. Zwar könnten wir einen einfacheren Produktionsweg, in Bezug auf Management und Produktion, wählen und uns auf unsere eigenen Produktlinien konzentrieren, aber das würde nicht unserem Charakter entsprechen. Wir haben sowohl grosse Unternehmen und internationale Konzerne als auch kleinere und mittlere Firmen als Kunden. Für diese ist es sehr wichtig, zur Unterstützung einen leistungsfähigen und verlässlichen Partner zu haben, der sowohl in der Herstellung als auch bei der Entwicklung von Produkten und Projekten schnell und flexibel reagieren kann. Wir arbeiten als Technologie-Unternehmen ganz bewusst und sehr gerne mit verschiedensten Betrieben in den unterschiedlichsten Bereichen. Der direkte Know-how-Kontakt mit den Kunden ist anregend und fordert uns täglich heraus. In dem wir spezielle Lösungen in Hartmetallen erarbeiten, sind wir für unsere Kunden nützlich und es macht uns stolz, wenn diese wiederum mit ihren Produkten die gewünschten Erfolge erzielen.

Herr Radicchi, vielen Dank für ihre Ausführungen.

INFOS | KONTAKT
Sigmacarb SA
Via Segoma 3
CH-6825 Capolago
T +41 (0)91 930 84 04
www.sigmacarb.com
sigmacarb@sigmacarb.com

Termine

September

ALUMINIUM, Düsseldorf

Weltmesse und Kongress
27. bis 29. September
www.aluminium-exhibition.com

Oktober

Bondexpo, Stuttgart

Fachmesse für industrielle Klebetechnologie
4. bis 7. Oktober
www.bondexpo-messe.de

Motek, Stuttgart

Internationale Fachmesse für Montage- und Handhabungstechnik
4. bis 7. Oktober
www.motek-messe.de

parts2clean, Stuttgart

Internationale Leitmesse für industrielle Teile- und Oberflächenreinigung
11. bis 13. Oktober
www.parts2clean.de

Optatec, Frankfurt

Internationale Fachmesse für optische Technologien, Komponenten und Systeme
18. bis 20. Oktober
www.optatec-messe.de