Vollmer VHybrid 260 setzt neue Massstäbe beim Erodieren.

Ausgabe 01 | 2023

Zwei Technologien, eine Maschine

VOLLMER WERKE Maschinenfabrik GmbH

Vollmer hat seine Schleif- und Erodiermaschine VHybrid 260 geboostert und erreicht jetzt beim Erodieren von PKD-Werkzeugen (polykristalliner Diamant) eine Oberflächengüte von 0,05 µm/Ra (Mikrometer/Mittenrauwert).
Konzipiert ist die optionale V@ boost-Lösung für Bohrer oder Fräser ab Ø 1 mm. Zum Einsatz kommen solche PKD-Kleinstwerkzeuge vor allem in Branchen wie Automobilbau, Medizintechnik oder der Elektronik- und Luftfahrtindustrie. PKD-Schneidwerkzeuge sind heutzutage ein essenzieller Bestandteil für viele moderne industrielle Fertigungsverfahren. Dennoch stellt das Schärfen der Werkzeuge auch erfahrene Hersteller immer wieder vor grosse Herausforderungen. Vor allem wenn Werkzeuge nach der erosiven Bearbeitung noch an diversen Funktionsflächen geschliffen oder poliert werden müssen. Hierzu ist meist ein zusätzlicher Arbeitsschritt nachgelagert, der eine anspruchsvolle Prozessführung mit sich bringt.

Generator mit adaptiver Regelung
Dem Biberacher Schärfspezialist Vollmer ist es nun gelungen, diesen Erodierprozess mit seiner Schleif- und Erodiermaschine VHybrid 260 in einer Aufspannung signifikant zu verbessern. Mit dem neuen Performance Paket für den Vpulse EDM Generator ist es erstmals möglich, beim Erodieren mit der VHybrid 260 die Oberflächenqualität bei PKD-Werkzeugen bis auf eine Oberflächengüte von 0,05 µm/Ra (Mikrometer/Mittenrauwert) mannlos im Laderbetrieb prozesssicher zu fertigen. Erreicht werden können die Werte aufgrund des Einsatzes einer adaptiven Regelungstechnik, die zusammen mit der bekannt innovativen wie robusten Kinematik der VHybrid 260 und in Verbindung mit geringsten Entladungsenergien. Somit lassen sich feinste Oberflächen erzielen. Die hierdurch erzielte Einsparung von kostenintensiven Folgeprozessen ermöglicht den Herstellern von PKD-Werkzeugen ein rentables Geschäft, da sie die Herstellungskosten pro Werkzeug senken und die Qualität und Haltbarkeit für den Endverbraucher erhöhen. Für die Zukunft können auch Vollkopf-PKD-Werkzeuge wirtschaftlich in kleinsten Durchmesserbereichen hergestellt werden.

Schleifen und Erodieren zu jeweils 100 Prozent
Grundsätzlich lassen sich mit der VHybrid 260 sowohl Hartmetall- als auch PKD-Werkzeuge in einer Aufspannung zu je 100 Prozent schleifen beziehungsweise erodieren. Fundament der VHybrid 260 ist eine Mehr-Ebenen-Bearbeitung, die über zwei vertikal angeordnete Spindeln realisiert wird. Hier setzt Vollmer auf die bewährte Technologie seiner VGrind Schleifmaschinen-Baureihe. Bei der VHybrid 260 lässt sich die untere Spindel sowohl zum Schleifen als auch Erodieren nutzen, die obere Spindel ist ausschliesslich für das Schleifen reserviert.
Standard- und Sonderwerkzeuge lassen sich flexibel schleifen und erodieren – egal ob die Rohlinge aus Hartmetall, PKD oder eingelöteten PKD-Platten bestehen. Dabei nimmt die Maschine Werkzeuge mit Ø bis 150 mm und Längen bis 360 mm auf. Die mannlose Bearbeitung rund um die Uhr ermöglichen verschiedene Automatisierungslösungen: So kann beispielsweise das Kettenmagazin HC4 Plus bis zu 53 HSK-Werkzeuge aufnehmen. Zudem lassen sich bis zu acht Schleif- und Erodierscheiben inklusive Kühlmittelzufuhr vollautomatisiert wechseln.
«Mit unserer neuen V@ boost-Lösung ermöglichen wir es Werkzeugherstellern, in den attraktiven Markt für PKD-Kleinwerkzeuge vorzudringen, zu dem Branchen wie Automobilbau, Medizintechnik oder Elektronik- und Luftfahrtindustrie gehören», sagt Jürgen Hauger, Geschäftsführer der Vollmer Gruppe. «Darüber hinaus ist die jüngste Booster-Software nur ein erster Schritt auf dem Weg hin zu weiteren Prozessinnovationen für die VHybrid 260. Das nächste Ziel ist es, diese Oberflächengüte auch für PKD-Werkzeugen zu realisieren, deren Ø weniger als 1 mm betragen.»

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