Aufbau eines Spannsystems für die 5-Seiten-Bearbeitung, basierend auf einer Wechselpalette mit Nullpunkt-Raster-Systemplatte gredoc NRS 6-fach und darauf aufbauend eine Konsole gredoc eckig 1-fach und ein Zentrischspanner C2 125 L-160 mit Wendebacken Carbide-grip 3 mm.

Ausgabe 02 | 2023

Spannende Werkstück-Vielfalt

Gressel AG

Dank standardisierter Werkstück-Spanntechnik flexibler und schneller denn je, und durch den Wegfall herkömmlicher sowie selbst gebauter Spannmittel deutlich wirtschaftlicher – wie Hohner Maschinenbau mit Gressel-Werkstück-Spanntechnik die Teilefertigung rationalisiert.

Perfection in postpress – der Slogan ist beim KMU Hohner Maschinenbau GmbH in D-78532 Tuttlingen sozusagen Programm. Vor über 90 Jahren – in der als Zentrum für Medizintechnik bekannten Region – mit der Produktion von chirurgischen Instrumenten gestartet, erfolgte dann vor gut 60 Jahren die Umstellung auf die Entwicklung, Herstellung und den Service von Schmalheftköpfen sowie Heftmaschinen ür die Druckweiterverarbeitung. Heute zählt Hohner Maschinenbau mit seiner Expertise im Bereich Drahtheften zu den «Hidden Champions» und steht weltweit für innovative deutsche Ingenieurskunst. Das Liefer- und Leistungsportfolio besteht aktuell aus den Produktlinien Sammelhefter, Schmalheftköpfe, Drahtheftmaschinen und Lohnfertigung.
Im Segment der Heftköpfe ist Hohner anerkannter Weltmarktführer und im Segment Sammelhefter konnten bis heute global mehr als 500 Anlagen installiert werden. In der sich seit vielen Jahren hoch dynamisch verändernden Branche für Druck und Druckweiterverarbeitung nimmt Hohner nach wie vor eine starke Stellung ein, was nicht zuletzt auch dadurch zum Ausdruck kommt, dass zahlreiche Wettbewerber ihre Anlagen mit den Heftköpfen aus Tuttlingen ausstatten. Die Entwicklung, Produktion und Montage erfolgen ausschliesslich im etwa 100 Mitarbeitende zählenden Stammhaus. Der weltweite Vertrieb und Service in mehr als 100 Ländern wird zum Teil in Eigenregie mit Niederlassungen (USA seit 1988, Spanien seit 2006, China seit 2007) beziehungsweise über den Fachhandel organisiert.

Erfolgsfaktoren eines mittelständischen Hidden Champions
Hans-Peter Schöllhorn, CEO/Geschäftsführender Gesellschafter, zu den Erfolgsfaktoren der Firma Hohner Maschinenbau GmbH: «Wir sind mit hochentwickelten Qualitätsprodukten breit und damit zukunftsorientiert aufgestellt. Neben dem angestammten Geschäft im Printbereich liefern wir verstärkt in Branchen, die mit Druckerzeugnissen so gar nichts zu tun haben.
Als Beispiel wären hier hochwertige OP-Masken, Profi-Arbeitsschutzmasken, Teebeutel, Deko-Artikel, Fotobücher und dergleichen mehr zu nennen, die aus Gründen der Sicherheit und Qualität mit Drahtheftungen versehen werden. Ein weiterer Erfolgsfaktor ist der mit etwa 70 Prozent vergleichsweise hohe Eigenfertigungsgrad, der uns eine hohe Flexibilität bringt und schnelle Reaktionszeiten erlaubt. Vor allem sind unsere hochqualifizierten Mitarbeitenden ein Garant des Erfolgs, wobei wir hier nicht zuletzt auf die eigene Ausbildung setzen und eine Quote von mehr als 10 Prozent vorweisen können.» Für die Fertigung der Bauteile verfügt die gut 20 Fachkräfte zählende Abteilung Produktionstechnik über einen modernen Maschinenpark mit 14 CNC-gesteuerten Fräsmaschinen und CNC-Bearbeitungszentren für die 3- bis 5-achsige Komplettzerspanung kubischer Bauteile. Der Fokus liegt hier auf der Fertigung hochwertiger, komplexerer Werkstücke, während die einfacheren Standardteile und vor allem sämtliche Drehteile an Zulieferer vergeben werden. Pro Jahr sind in der Abteilung Produktionstechnik etwa 7000 Bauteile in Losgrössen ab 1 und bis 20 sowie für die Heftköpfe in Stückzahlen zwischen 200 und 500 zu fertigen. Die grosse Teilevielfalt und die Stückzahlen erforderten bis dato einen hohen Rüstaufwand beim Spannen/Umspannen der Werkstücke, weshalb man im Zuge der fortschreitenden Automatisierung spanntechnische Alternativen eruierte.

Konzentration auf das Wesentliche
Mit den Investitionen in weitere 5-Achsen-CNC-Hochleistungs-Bearbeitungszentren erfolgte der Einstieg hin zu flexibel nutzbarer Werkstück-Spanntechnik und weg von herkömmlichen beziehungsweise selbstgebauten Spannmitteln. In der Evaluationsphase konnten die Lösungen auf Basis des Werkstück-Spanntechnikbaukastens des Schweizer Spezialisten Gressel AG, CH-8355 Aadorf, überzeugen, ins Spiel gebracht vom Gressel-Handelspartner Ceratizit Deutschland GmbH in Gestalt von Dominik Wochner, zuständig für Technische Beratung und Verkauf. In Zusammenarbeit mit dem Kunden, und unterstützt durch Frank Scheurer, Vertriebstechniker DE-Süd bei Gressel AG, wurde zunächst ein 5-Achsen-CNC-Hochleistungs-BAZ mit dem mechanischen Nullpunkt-Spannsystem gredoc, und weitergehend mit Zentrischspannern der Baureihe C2 ausgerüstet. Andreas Hennemann, Lean Manager bei Hohner Maschinenbau GmbH, führte dazu aus: «Das hat von der Beratung über die Lösungsfindungen bis hin zur Lieferung und der After-Sales-Betreuung so gut gepasst, und auch schnell gute Ergebnisse gebracht, sodass wir weitere Maschinen sukzessive mit Gressel-Spanntechnik ausrüsteten. Heute haben wir auf fast allen teil- und vollautomatisierten Bearbeitungszentren weitgehend sowohl standardisierte Einfachspanner und Zentrischspanner in verschiedensten Grössen und mit unterschiedlichsten System-/Aufsatzbacken als auch Mehrfachspannsysteme sowie spezielle Prisma-Balken im Einsatz. Diese wiederum sind auf verschiedene mechanische Nullpunktspannsysteme gredoc installiert, womit wir die Rüstzeiten deutlich reduzieren und die Nutzungsflexibilität erheblich steigern konnten.» Dass dem nachweislich und dauerhaft so ist, verdeutlichen signifikant gesteigerte Laufzeiten der CNC-Bearbeitungszentren von bis zu 21 Std. im zum Teil bedienten Zweischicht- beziehungsweise im vollautomatischen Wochenendbetrieb. Die Herausforderungen dabei sind unter anderem, dass die Bearbeitungszeiten je nach Werkstück zwischen 7 und 20 min. betragen, entsprechend des Öfteren umgerüstet werden muss, die Werkstücke sehr klein dimensioniert sein können, oder auch mal ein Gewicht von 200 kg haben. Erschwerend kommt hinzu, dass in der Praxis die unterschiedlichsten Werkstoffe wie Stähle/Werkzeugstähle, Aluminium, Buntmetalle und Kunststoffe zerspant werden müssen.

Rationeller und produktiver mit dem Baukasten für Werkstück-Spanntechnik
Frank Scheurer, Vertriebstechniker bei Gressel AG, meinte abschliessend: «Bis auf wenige Ausnahmen konnten und können wir sämtliche Spannlösungen aus dem modularen und kompatiblen Standardbaukasten realisieren. Dies auf der Basis der Nullpunktspannsysteme gredoc eckig 1-fach, eckig 3-fach, Nullpunkt-Raster-Systemplatte gredoc NRS 6-fach und 10-fach, Konsole gredoc eckig 1-fach und den aufzusetzenden Einfachspannern solinos 65 und 100, den Zentrischspannern C2 80 L-130, C2 80 L-190 und C2 125L-160 sowie dem Mehrfachspannsystem multigrip. Zudem haben wir für den Kunden Hohner einen speziellen Prisma-Balken entwickelt, der ebenfalls mit Nullpunktspannern gredoc eckig 1-fach versehen ist und bei Bedarf bis zu acht Einfach- oder Zentrischspanner aufnehmen kann. In Verbindung mit den schnell wechselbaren System- und Aufsatzbacken ist, je nach Bearbeitung und zu zerspanendem Werkstoff, bei kürzesten Rüstzeiten eine maximale Anwendungs- und Nutzungsflexibilität gewährleistet. Damit wurden und werden die Stillstandzeiten spürbar reduziert, und aufwändige Sonderspannmittel sind nur noch in Ausnahmefällen erforderlich.»

INFOS | KONTAKT
Gressel AG
Schützenstrasse 25
CH-8355 Aadorf
T +41 (0)52 368 16 16
www.gressel.ch
info@gressel.ch

Februar

KPA, Ulm

Marktplatz für Design, Entwicklung, und Beschaffung von Kunststoffprodukten
28. und 29. Februar
www.kpa-messe.de

März

all about automation, Friedrichshafen

Fachmesse für Industrieautomation in der internationalen Bodenseeregion
5. und 6. März
www.allaboutautomation.de

LOPEC, München

Internationale Fachmesse und Kongress für gedruckte Elektronik
5. bis 7. März
www.lopec.com

emv, Köln

Internationale Fachmesse mit Workshop für Elektromagnetische Verträglichkeit
12. bis 14. März
www.mesago.de

W3+ Fair, Wetzlar

Messe rund um die Technologien Optik, Photonik, Elektronik und Mechanik
13. und 14. März
www.w3-messe.de