Virtuelle Abbildung physischer Lieferketten im Metaverse sind schon keine Neuheit mehr.

Ausgabe 04 | 2023

Diese drei Trends bestimmen 2023 die Fertigungsindustrie

Open Text AG

Die vergangenen Jahre waren geprägt von Disruptionen geopolitischer, wirtschaftlicher und logistischer Natur, von denen die Fertigungsindustrie nicht ausgeschlossen war. Welche Entwicklungen werden die Industrie in diesem Jahr begleiten? André von de Finn, Regional Vice President Sales DACH bei OpenText, gibt dazu einige interessante Einblicke in die Top Manufacturing-Trends des Jahres 2023.

Der wohl offensichtlichste Trend in diesem Jahr: Industriebetriebe fürchten sich immer weniger vor disruptiven Ereignissen und den möglichen Auswirkungen. Durch die umfangreiche Digitalisierung und Automatisierung von Produktionsumgebungen und Prozessen sind sie nämlich nun in der Lage, wesentlich agiler auf solche Störpotenziale zu reagieren.
Da sich Produktionsbetriebe an diesen neuen Status quo gewöhnt haben, können sie sich kritischen Themen im Einzelnen widmen: Lieferketten-Management und Nachhaltigkeit. Daher stehen in diesem Jahr vor allem die Verbesserung des Lieferketten-Managements durch höhere Transparenz und effizientere Datenintegration sowie das Thema ESG (zu Deutsch: Umwelt, Soziales und Unternehmensführung) –ganz oben auf der Agenda vieler Betriebe. Viele Unternehmen haben erste ESG-Initiativen ins Leben gerufen. Die Herausforderung ist hierbei sicherzustellen, dass die Beschaffung von Rohstoffen und die Lieferung von Endprodukten mit dem wachsenden Interesse der Verbraucher in diesem Bereich in Einklang stehen. Cloud Computing sowie Automatisierung mittels Künstlicher Intelligenz (KI) und Machine Learning (ML) werden dabei weiterhin die Rolle der technologischen Protagonisten einnehmen.

Demokratisierung des Informationsaustauschs
Während der Pandemie und die dadurch verursachten Lieferkettenstörungen mussten sich viele Betriebe eingestehen, wie zerbrechlich ihre eigenen Lieferketten sind. Gleichzeitig waren sie lange Zeit stark von einer kleinen und begrenzten Anzahl von Zulieferern und bestimmten Herstellungsstandorten abhängig. Um für vielfältigere Lieferketten zu sorgen, werden sich Unternehmen vermehrt nach Zulieferern und Partnern jeder Grösse umsehen. Das bedeutet, dass sie künftig zunehmend mit kleinen und mittelständischen Betrieben zusammenarbeiten werden, mit denen sie relevante Informationen austauschen müssen.
Der elektronische Datenaustausch (EDI) wird seit Jahrzehnten zur Digitalisierung des Informationsflusses in globalen Lieferketten eingesetzt. Die Technologie ist jedoch nicht auf Grossunternehmen beschränkt, sondern wird inzwischen von Unternehmen jeder Grösse genutzt. Um auf dem Markt wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen auch kleine und mittlere Unternehmen EDI nutzen, um neue Aufträge zu gewinnen, und grosse Konzerne müssen sicherstellen, dass ihre gesamte Lieferkette digitalisiert ist, um ihre Abläufe effizienter zu gestalten. Die Situation macht es notwendig, dass der Informationsaustausch demokratisiert wird.

Virtuelle Abbildung physischer Lieferketten im Metaverse
Das Konzept der digitalen Zwillinge ist in der Produktion keine Neuheit. Industrieunternehmen setzen sie beispielsweise ein, um die Kompatibilität und Robustheit einzelner Komponenten zu testen oder um Wartungseingriffe an Maschinen vorherzusagen. Durch das Metaverse und sein Potenzial arbeiten Hersteller nun zunehmend daran, digitale Zwillinge in einer immersiven, interaktiven 3D-Welt zu visualisieren. Das würde künftig auch die Ende-zu-Ende-Abbildung von Lieferketten ermöglichen. Durch den aus verschiedenen Quellen – wie beispielsweise IoT-Sensoren – stammenden Informationsfluss, lassen sich Transportwege besser verfolgen, mögliche Störungen schneller feststellen und kurzfristig alternative Zulieferer finden. In Verbindung mit KI und ML könnten Supply Chain Manager sogar verschiedene Was-wäre-wenn-Szenarien durchspielen, bevor sie die entsprechenden Anpassungen an der physischen Lieferkette vornehmen.

Investitionen in ESG-Verantwortung steigen
Immer mehr Verbraucher achten darauf, was wo und wie hergestellt wird. Gleichzeitig ist von Seiten des Gesetzgebers Bewegung in die Sache gekommen, denn seit dem 1. Januar dieses Jahres gilt offiziell das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz. Deutsche Unternehmen sind dazu verpflichtet, entsprechende Massnahmen zu implementieren, um entlang ihrer Lieferketten ein nachhaltiges und ethisches Vorgehen durchzusetzen. Darüber hinaus stehen unter anderem mit dem EU-Produktpass weitere Nachhaltigkeitsinitiativen im Raum, die die ethische und nachhaltige Rohstoffgewinnung und Produktherstellung sicherstellen sollen. Dies dürfte dazu führen, dass diesbezüglich weitere Regierungen nachziehen und auf Bundes- sowie EU-Ebene neue und ergänzende Gesetzesentwürfe entstehen. Daher werden Unternehmen nun verstärkt nach Wegen suchen, die gesetzeskonforme Herkunft ihrer Rohstoffe und die Zusammenstellung ihrer Produkte zu belegen. Auf Blockchain basierende Technologien bieten sich an dieser Stelle für eine vertrauenswürdige Verifizierung dieser Informationen an. Aufgrund der Gesetzeslage könnte die Blockchain in der deutschen Manufacturing-Landschaft schnell Fuss fassen und sich infolgedessen in weiteren Ländern in Europa etablieren.

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Februar

KPA, Ulm

Marktplatz für Design, Entwicklung, und Beschaffung von Kunststoffprodukten
28. und 29. Februar
www.kpa-messe.de

März

all about automation, Friedrichshafen

Fachmesse für Industrieautomation in der internationalen Bodenseeregion
5. und 6. März
www.allaboutautomation.de

LOPEC, München

Internationale Fachmesse und Kongress für gedruckte Elektronik
5. bis 7. März
www.lopec.com

emv, Köln

Internationale Fachmesse mit Workshop für Elektromagnetische Verträglichkeit
12. bis 14. März
www.mesago.de

W3+ Fair, Wetzlar

Messe rund um die Technologien Optik, Photonik, Elektronik und Mechanik
13. und 14. März
www.w3-messe.de