Ausgelegt für Klemmkräfte von bis zu 25’000 N und serienmässig verfügbar für Bremsscheiben-Durchmesser von 300 bis 710 mm sind die neuen federbetätigten und elektromagnetisch gelüfteten Scheibenbremsen der Baureihe MV von RINGSPANN.

Ausgabe 06 | 2023

Viel Sicherheit für wenig Energie

Ringspann AG

Weltweit gelten die elektromagnetischen Scheibenbremsen der Ringspann-Baureihen EV/EH als bewährte Standardlösung für die Realisierung von Halte- und Not-Stopp-Systemen im Maschinen- und Anlagenbau. Jetzt aber präsentiert das Unternehmen eine neue Generation von Elektrobremsen, die hinsichtlich Schaltperformance, Energieeffizienz und Design Massstäbe setzen. Sie tragen die Serienbezeichnung MV, verfügen über eine innovative Schliessmechanik und bringen Klemmkräfte von bis zu 25’000 N auf die Scheibe.

Ihre geschlossene Formgebung folgt den Regeln des modernen Industriedesigns, ihre hohen Schaltzahlen erschliessen dem Anwender erweiterte Leistungs- und Flexibilitätspotenziale und ihr Energiebedarf ist nur minimal. Darüber hinaus verfügen sie über eine intelligente Elektronik und arbeiten mit einer hocheffizienten Schliessmechanik. Gemeint sind die neuen federbetätigten und elektromagnetisch gelüfteten Scheibenbremsen der Baureihe MV von Ringspann. Ausgelegt für Klemmkräfte von bis zu 25’000 N und serienmässig verfügbar für Bremsscheiben-Durchmesser von 300 bis 710 mm decken sie eine grosse Bandbreite von Halte-, Not-Stopp- und Verzögerungs-Applikationen im Maschinen- und Anlagenbau ab. Zu ihren typischen Einsatzgebieten zählen der Werkzeugmaschinenbau, die Turbinen-, Ventilatoren- und Lüftertechnik, die Winden- und Wickeltechnik, die Windkraftindustrie sowie die allgemeine Antriebstechnik. Dabei sind sie vor allem für jene Konstrukteure attraktiv, die Anwendern und Betreibern den hohen Installations- und Wartungsaufwand hydraulischer und pneumatischer Bremssysteme ersparen wollen.

Grosser Innovationssprung
Rein chronologisch betrachtet liessen sich die elektromagnetischen Scheibenbremsen der neuen Baureihe MV auch als Weiterentwicklung der weithin etablierten E-Brake-Serien EV/EH von Ringspann sehen. «Allerdings ist der Innovationssprung in diesem Fall so gross, dass wir hier guten Gewissens von einer neuen Bremsengeneration sprechen können», sagt Franz Eisele, der bei Ringspann die Sparte Bremsen und Kupplungen leitet. Massgebend für diese Sichtweise sind – neben dem modernen Industriedesign der Bremsen – vor allem zwei technische Aspekte: Ihre aussergewöhnliche Schaltperformance und eine neue Schliesstechnik. Mit serienmässig bis zu 550 Schaltungen pro Stunde im 230-VAC-Betrieb und bis zu 450 Schaltungen pro Stunde im 400-VAC-Betrieb dürften die MV-Bremssättel von Ringspann derzeit zu den schnellsten und agilsten Elektro-Scheibenbremsen auf dem Weltmarkt gehören. In Kombination mit ihrer geschlossenen, robusten Bauform prädestiniert sie das für den Einsatz in anspruchsvollen Umgebungen mit häufigen Bremsvorgängen. Derzeit noch laufende Testläufe von Ringspann lassen erwarten, dass für die MV-Baureihe ein B10d-Wert von etlichen Millionen Schaltzyklen erreicht wird. Hinzu kommt: Die neue, inzwischen patentierte Schliessmechanik verleiht den Bremsen einen überdurchschnittlich grossen Lüftspalt bei nur minimalem Federkraftverlust während dessen Überbrückung. «Dadurch deckt die neue Baureihe MV auf dem Gebiet der elektromagnetischen Bremsen einen aussergewöhnlich grossen Anwendungsbereich ab», erläutert Franz Eisele. Ebenfalls erwähnenswert ist die integrierte schwimmende Lagerung der Bremsen, die kleine axiale Asymmetrien der Bremsscheibe ausgleicht.

Sparsam und intelligent
Ringspann bietet die neuen Scheibenbremsen vom Typ MV für Betriebsspannungen von 220 bis 240 VAC und 380 bis 480 VAC an. In Sachen Energieeffizienz knüpfen sie an die exzellenten Werte der EV/EH-Serie an. Optional anbringen lässt sich zudem ein Induktivgeber für das sensorische Monitoring der Bremsenfunktion (offen/ geschlossen) und den Verschleissgrad des Bremsbelags. Der Reibklotztausch ist mit wenigen Handgriffen und ohne Demontage der Bremse erledigt. Bremsmoment und Klemmkraft können einfach und genau über eine Stellmutter auf den Einsatzfall abgestimmt werden. Ebenfalls optional gibt es einen Hebel zum manuellen, kontrollierten Öffnen der Bremse. «Mit Blick auf moderne Industrie-4.0-Anwendungen haben wir zudem sichergestellt, dass sich die sensortechnischen Überwachungsfunktionen in übergeordnete Sicherheits- und Steuerungssysteme integrieren lassen», betont Franz Eisele. All das sind wichtige Beiträge zur Verbesserung der Effizienz, Betriebssicherheit und Verfügbarkeit industrieller Antriebssysteme.

Erweiterter Spielraum für Konstrukteure
Über sein bisheriges Portfolio an Elektroscheibenbremsen hinaus kann Ringspann den Konstrukteuren antriebstechnischer Systeme in der neuen Baureihe MV nun sechs weitere Grundtypen innovativer E-Brakes bereitstellen. Sie sind ab sofort in den drei Rahmengrössen 022, 033 und 044 mit Klemmkräften von 4 bis 25 kN lieferbar und lassen sich sehr flexibel als Halte-, Not-Stopp- oder Betriebsbremsen einsetzen. Die Rahmengrösse 022 eignet sich für Bremsscheiben der Dicken 12,5 und 20 mm, die Grösse 033 für 12,5 und 25 mm dicke Scheiben und bei der Grösse 044 können die Bremsscheiben 25 und 30 mm dick ausfallen. Im Zusammenspiel mit dickeren Bremsscheiben lassen sich die MV-Bremsen der Baugrössen 033 und 044 auch für thermisch heikle Bremsvorgänge einsetzen. Konstruktive Vorteile ergeben sich zudem durch das kompakte Design der Ringspann-Bremsen und ihre geringen Eigengewichte. «Beides erweist sich als Pluspunkt für alle Fälle, bei denen die Bremse integrierter Teil einer bewegten Einheit ist», erläutert Franz Eisele.
Ringspann offeriert die neuen MV-Bremsen in Ausführungen mit manueller Verschleissnachstellung (Bautyp FEM) sowie in einer Variante mit automatischer Verschleissnachstellung (Bautyp FEA). Während sich die manuelle Nachstellung primär für Halteanwendungen oder Applikationen mit eher seltenen Bremsungen eignet, empfiehlt sich die automatische Verschleissnachstellung vorrangig für Betriebsbremsen mit anspruchsvollen Verzögerungsaufgaben.

Was bedeutet B10- und B10d-Wert?
Der B10-Wert ist ein statistischer Faktor, ermittelt aus Lebensdauerversuchen mit einer entsprechenden Anzahl von Prüflingen. Er steht für die mittlere Zahl von Schaltspielen beziehungsweise -zyklen einer Einheit, nach der mit maximal 10 Prozent Ausfällen zu rechnen ist. Der Wert gilt unter definierten Bedingungen; als Ausfall wird das Überschreiten vorgegebener Grenzwerte (Schaltzeit, Leckage …) bezeichnet. Zu beachten ist, dass ein Bauteil schon vor dem Erreichen des B10-Wertes ausfallen kann. Die angegebene Überlebenswahrscheinlichkeit stellt daher keine Herstellergarantie dar. Der B10d-Wert gibt nach ISO 13849-1 die Zahl der Schaltspiele beziehungsweise -zyklen an, nach der es bei 10 Prozent der betrachteten Einheiten zu gefährlichen Ausfällen kommt («d» steht für «dangerous»). Der Wert hat Relevanz für Risiko- und Gefährdungsanalysen sowie für die Bewertung der Maschinen- oder Anlagensicherheit.

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