Das Potenzial voll ausschöpfen

Ehrhardt + Partner Solutions AG

Die ganzheitliche Vernetzung und Automatisierung aller logistischen Prozesse ist einer der meistdiskutierten Lösungsansätze, auf die stetig steigenden Anforderungen in der Logistik zu reagieren: Just-in-time-Lieferungen, Same-Day-Delivery und Losgrösse 1 sind nur einige Aspekte, die derzeit den Markt beherrschen. Fakt ist: Vollautomatisierte Systeme haben vor allem unter dem hohen Optimierungsdruck fest definierte Leistungsgrenzen – obwohl Automatisierung mehr denn je gefordert wird. Nichtsdestotrotz spielen manuelle Systeme wie Pick by Voice eine zentrale Rolle in der digitalisierten Prozesskette.

Genau diese Technologien haben sich im Laufe der Jahre parallel mit den Anforderungen an die Logistik ständig weiterentwickelt. Wie also sieht die Lösung der Zukunft aus? Wie können sprachgeführte Systeme helfen, die Optimierungspotenziale in der Logistik voll auszuschöpfen? Und wie können KI-Komponenten dazu beitragen, die Wirtschaftlichkeit der Branche weiter zu steigern?

Ein wichtiger Baustein
Pick by Voice ist weit mehr als nur ein Kommissioniersystem: Die Technologie ist ein wichtiger Baustein innerhalb der vernetzten Logistikwelt. Und in der Tat investieren viele Unternehmen branchenübergreifend bereits heute massiv in den Ausbau und die Weiterentwicklung ihrer ­innerbetrieblichen Logistikprozesse. Und das zu Recht: Bis zu 50 Prozent der Investitionen entfallen allein auf diesen Bereich – davon wiederum die Hälfte der Betriebskosten auf die Kommissionierung. Alles Gründe, wa­rum die Logistik auch weiterhin ein wichtiger Pfeiler in der digitalen Prozesskette ist, in den es sich zu investieren lohnt.
Als äusserst wirtschaftliche und flexible Lösung ist Pick by Voice bereits am Markt etabliert. Trotzdem unterschätzen viele Unternehmen das Potenzial der Voice-Technologie noch immer. Denn im Laufe der Jahre und mit den steigenden Anforderungen an die Prozessqualität und die Effizienz in der Logistikkette hat sich Voice zu einem wichtigen Eckpfeiler der Prozessdigitalisierung weiterentwickelt.

Voice in der manuellen Kommissionierung
Die Erfolgsgeschichte der Technologie begann Ende der 90er-Jahre. Pick by Voice erfreute sich als eines der manuellen Kommissioniersysteme schnell grosser Beliebtheit. Mit einer durchschnittlichen Fehlerrate von nur 0,08 Prozent schlägt es andere Lösungen wie die klassische Kommissionierliste (0,36 Prozent), MDE-Geräte (0,46 Prozent) oder Pick by Light (0,4 Prozent) deutlich.
Die spürbar gesteigerte Pickqualität verschafft der Voice-Technologie eine besonders hohe Akzeptanz bei den Lagerleitern, vor allem durch ihre maximale Flexibilität und die einfache Integration der Lösung in die bestehende IT-Infrastruktur. Durch die direkte Anbindung der Voice-Applikation an das übergeordnete Warehouse-Management- oder ERP-System ergeben sich entscheidende Vorteile. Zum­einen können alle nachgelagerten Prozesse wie Nachschubsteuerung oder Bestellungen zeitnah angestossen werden. Zum anderen sorgt die direkte Kommunikation mit dem übergeordneten System für Prozessoptimierungen, die mittels Pick by Voice umgesetzt werden können. Dazu gehört beispielsweise die Wege­optimierung. Vor allem bei heterogenen und stark wechselnden Artikelspektren macht sich der Einsatz von Voice zudem bezahlt. Auftragsschwankungen zu Spitzenzeiten oder bei Saison­ware können mit ausgereiften Voice-Technologien einfach bewältigt werden, da sie sprecher­unabhängig einsetzbar und ohne zeitaufwändiges Sprachtraining sofort nutzbar sind. Auch temporäre Mitarbeiter sind so in der Lage, innerhalb kürzester Zeit produktiv mit dem System zu ­arbeiten.

KI in der Voice-Logistik
Voice-Lösungen haben bislang vor allem in der Intralogistik ­einen festen Platz. Doch ihr Potenzial geht weit darüber hinaus. Die kontinuierliche Weiterentwicklung der verwendeten Sprachtechnologie eröffnet vollkommen neue Anwendungsgebiete. Aktuelle Cutting-Edge-Lösungen beispielsweise gehen schon einen Schritt weiter und verwenden eine auf dem Prinzip neuronaler Netzwerke und Deep Learning basierende Technologie. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass das gesprochene Wort unabhängig von Dialekten oder Akzenten noch zuverlässiger erkannt wird, als dies ohne den Einsatz von KI-Komponenten ohnehin schon der Fall war. Dies macht den sprachbasierten Prozess deutlich effizienter, da Wiederholungen bei der Spracheingabe entfallen. Ausserdem lassen sich die Spracheingabe und -ausgabe separat steuern. So kann beispielsweise die Sprachausgabe in der Muttersprache des Kommissionierers erfolgen, während dieser in der jeweiligen Landessprache antwortet. Auf diese Weise tritt wiederum ein Lerneffekt ein, durch den sich die Sprachkenntnisse des Mitarbeiters verbessern. Denkbar sind künftig auch auf künstlicher Intelligenz (KI) basierende Technologien, die eine individuelle Sprechererkennung ermöglichen. In diesem Szenario rea­giert das System nur auf den ihm zugeordneten Sprecher und nimmt bei Arbeitsbeginn eine automatische Personalisierung der Systemeinstellungen vor.

Schnittstelle zur digitalisierten Logistik
Der Grundgedanke hinter all diesen Überlegungen ist immer gleich: Die Voice-Technologie ist die Schnittstelle zur digitalisierten Logistik. Über sie steuert der Nutzer alle Elemente der Supply Chain. So entsteht nach und nach eine «smarte» Logistikwelt. Nutzer können alle Daten über die Voice-Schnittstelle abfragen. KPIs und Statistiken beispielsweise stehen zeitnah zur Ver­fügung. Optimierungspotenziale werden so sofort ersichtlich und können effizient umgesetzt werden. Pick by Voice ist eine nachhaltige Technologie, die die Prozessoptimierung und -digitalisierung aktiv unterstützt. Die Steuerung der vernetzten Welt der Logistik mit Voice wird einer der Kommunikationskanäle der Zukunft sein. Die Erfolgsgeschichte der sprachgesteuerten Logistiklösungen ist also noch lange nicht zu Ende. Und KI wird eine immer grössere Rolle in diesem Bereich spielen.

 

 

 

 

 

 

Übersicht typische Fehlerraten und -kosten. Eigene Darstellung in Anlehnung an den Logemann 2007,
ten Hopel, Schmidt und Nagel 2007 und Rammelmeier, Galka und Günthner 2012

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