Die VLC 350 GT ist für Bauteile bis zu Ø 350 mm ausgelegt.

Eine ideale Zukunftslösung

EMAG Salach GmbH

Wie sieht die automobile Zukunft auf unseren Strassen aus? Eine Studie der Boston Consulting Group prognostiziert einen Mix aus Benzin- und Dieselmotoren (48 Prozent), Hybridfahrzeugen (33 Prozent) und rein elektrischen Antrieben (19 Prozent). Und das heisst im Umkehrschluss: Bei Zulieferunternehmen entstehen zukünftig sowohl klassische Bauteile wie Getrieberäder als auch viele neue Getriebekomponenten – und das im Wechsel und unter erheblichem Kostendruck.

Wie sich diese Aufgabe in der Produktion effizient umsetzen lässt, verdeutlicht ein Blick auf die Dreh-Schleif-Maschine VLC 350 GT von EMAG: Verschiedene Hartbearbeitungsprozesse an Futterteilen bis zu Ø von 350 mm laufen hier hintereinander und in einer Aufspannung ab.
 
Kombination aus Schleifen und Drehen
Grosse Stückzahlen, präzise Be­arbeitungsprozesse und massiver Kostendruck – die Anforderungen im Getriebebau sind hoch und steigen zukünftig sogar noch an, denn die Veränderungen im Automobilbau betreffen diesen Bereich in besonderer Weise. Zukünftig müssen deutlich mehr Getriebevarianten produziert werden. Wie begegnet man dieser Herausforderung? Eine eindrucksvolle Antwort gibt EMAG mit der VLC-GT-Baureihe, die zuletzt eine der erfolgreichsten Neuentwicklungen der süddeutschen Maschinenbauer war. Als erste Maschine erschien die VLC 200 GT.
Die Abkürzung «GT» steht dabei für die Worte «Grinding» und «Turning». Sie deuten die grosse Stärke dieser Maschinen an: Die Kombination aus Schleifen und Drehen (plus weiterer Verfahren) mit der bewährten EMAG Pick-up-Automation ermöglicht unzählige Fertigungslösungen. Jetzt bringt EMAG die Maschine VLC 350 GT auf den Markt. Sie ist einerseits grösser als die VLC 200 GT und deshalb für Bauteile bis zu Ø 350 mm ausgelegt. Andererseits gibt es erstmalig die Option, eine Schleifspindel mit NC-Schwenkachse zu integrieren. Auf ihr befindet sich beispielsweise ein zylindrischer Schleifkörper, mit dem innenliegende Bohrungen geschliffen werden.

Vom klassischen Getrieberad bis zum Futterteil mit Innenkegel
Folglich kann in der VLC 350 GT die klassische Hartbearbeitung von Getrieberädern – vom Hartdrehen der Planflächen über Vordrehen der Bohrung und des äusseren Synchronkegels bis zum Fertigschleifen dieser Konturen – und von vielen weiteren Futterteilen mit Innenkegeln erfolgen. Bei Letzterem zahlt sich die ­Innenschleifspindel mit NC-Schwenkachse aus:
 
Drehen der Planflächen
Das Beladen (und spätere Ent­laden) erfolgt mit hohem Tempo per Pick-up-Spindel. Die Bearbeitung startet mit dem Hartdrehen der Planflächen.

Drehen von Konturen
Je nach Bauteilgeometrie können im zweiten Schritt Innenkonturen (mit ein oder zwei Kegeln), eine zylindrische Bohrung und der äussere Synchronkegel vorgedreht werden.

Schleifen der Innenkonturen
Der Einsatz eines zylindrischen Schleifkörpers auf der schwenkbaren NC-Achse ermöglicht es, unterschiedliche innenliegende Kegelwinkel zu bearbeiten. Dazu wird die Schleifspindel präzise auf den jeweils benötigten Winkel
geschwenkt. Auch eine etwaige Bohrung wird so fertiggestellt (mit einem Schleifwinkel von 0°).

Schleifen der Aussenkontur
Abschliessend erfolgt das Schleifen des äusseren Synchronkegels mit der Aussenschleifspindel.
 
Kürzere Taktzeiten – fallende Werkzeugkosten
Grundsätzlich wichtig ist zudem, dass die Kombinationsbearbeitung aus (Hart-)Drehen und Schleifen für schnelle Prozesse und eine hohe Bearbeitungsqualität sorgt: Nach dem Drehen verbleibt nur noch ein Restaufmass von wenigen Millimetern. Der Schleifprozess mit Korund- oder CBN-Schleifscheiben fällt somit deutlich kürzer aus. Ausserdem lässt sich die Schleifscheibenspezifikation – angesichts des geringen Aufmasses – gezielter auf die Endqualität hin auslegen. Ein integrierter Messtaster überprüft Durchmesser und Länge des Bauteils nach dem Prozess. Für kleine Span-zu-Span-Zeiten sorgt darüber hinaus ein Linearmotor in der X-Achse, weil er die Bauteile besonders schnell in die Bearbeitungsposition bringt.
Insgesamt eröffnen sich viele Einsatzmöglichkeiten für die VLC 350 GT – zum Beispiel mit Blick auf das gewünschte Produktionsvolumen, wie Marina Manger vom EMAG-Vertrieb betont: «Aufgrund der Leistungsfähigkeit empfiehlt sich die Maschine vor allem für die Mittel- und Grossserie. Ihre Rüstfreundlichkeit inklusive grosser Türen und zugäng­lichen Werkzeugen sowie die angesprochene Flexibilität bei der Konfiguration macht sie allerdings auch für geringere Stückzahlen mit häufig wechselnden Produktionsaufgaben interessant.» Dabei kann die Maschine von Hand beladen oder in Linien integriert werden.

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