Ausgabe 05 | 2021

Systemhaus für Automation und Robotik

Bachmann Engineering AG

Bachmann Engineering AG baut über die Landesgrenzen hinaus schlüsselfertige Roboter und Automationsanlagen nach Mass und bietet innovative Standardlösungen für die verschiedensten Anwendungen. Seit zehn Jahren ist der Robotikspezialist kompetenter Partner von Universal Robots. maschinenbau sprach mit Roger A. Bachmann, VRP Bachmann Engineering AG.

Wie ist es zur Partnerschaft mit Universal Robots (UR) gekommen?
Wir sind von Universal Robots, das als Spin-off einer dänischen Universität entstanden ist, als mögliche Verkäufer dieses damals neuartigen Produkts kontaktiert worden. Obwohl die Skepsis in der Branche riesig war, haben wir uns den Roboter – einen UR5 der ersten Generation – genauer angeschaut. Ich realisierte, dass die UR-Roboter perfekt zu meiner Idee eines modularen Baukastensystems für Robotik-Anwendungen passten. Diese Idee hatte mich schon lange umgetrieben, die Pläne für die ersten Module hatte ich schon vor Jahren gezeichnet; die Realisation war bisher am passenden Roboter gescheitert. So entschieden wir uns für eine Zusammenarbeit mit UR und konnten innerhalb von weniger als zwei Jahren mit dem Bachmann FeedMaster (BFM) unser erstes Automationsmodul lancieren. Aus heutiger Sicht war der Entscheid zur Zusammen­arbeit mit UR riskant, aber auch visionär.

Wie konnten Sie Ihre ersten Kunden von den UR-Robotern überzeugen?
Ausschlaggebend für die ersten Kunden war, dass die UR-Roboter ohne aufwändige Schutzvorrichtungen und schnell für bestimmte Anwendungen eingerichtet werden konnten. Grund dafür war die einfache, intuitive Programmierung. Das war damals absolut neu in der Robotik. Eine wichtige Rolle haben auch die tieferen Anschaffungskosten gespielt. Auch KMU hatten so plötzlich die Möglichkeit, gewisse Prozesse zu automatisieren und die Effizienz ihres Unternehmens zu steigern. Schliesslich ist noch das neuartige Design zu nennen. Die UR-Roboter sahen – und sehen – einfach cool aus!

Wo sehen Sie in der vielschichtigen Schweizer Produktionslandschaft das grösste Anwendungspotenzial für ­Cobot-gestützte Lösungen?
Wie es der Name Universal Robots bereits andeutet, können UR-Cobots in den verschiedensten Branchen und für die verschiedensten Anwendungen eingesetzt werden. Dies ist der Anspruch von Universal Robots, und der wird auch eingelöst. Dies gilt auch für Bereiche, die für Cobot-Anwendungen zunächst vielleicht ungeeignet scheinen. Ein Beispiel: Ich war zurückhaltend gegenüber UR-Anwendungen im Bereich des Schweissens. Die Risiken durch äussere Einflüsse wie Wärme und Strom schienen mir zu hoch. Ich wurde eines Besseren belehrt: Dank smarten Isolations- und Schutzlösungen gehört Schweissen heute zu den Cobot-gestützten Anwendung, die einen unglaublichen Boom erleben. Speziell erwähnen möchte ich auch manuelle Arbeitsprozesse, die eine hohe Genauigkeit erfordern und extrem monoton sind. Ich denke zum Beispiel an das ­genaue Applizieren einer Kleb­etikette oder an konsistente Entgrataufgaben. Für Menschen sind solche Tätigkeiten gleichermassen eine Zumutung (Monotonie) und Überforderung (Präzision und Konsistenz); Cobots jedoch sind dafür geschaffen.

In welchem Anwendungsbereich oder -bereichen sieht sich Bachmann ­Engineering mit seinen Roboter- und Automationsanlagen als führend?
Da ist sicher die Beschickung (Teilezuführung und Entnahme) von Maschinen und Montage- sowie Produktionsprozessen zu nennen, wo wir über sehr viel Erfahrung verfügen und uns in den letzten zehn Jahren einen Namen gemacht haben. Zudem ist es uns gelungen, mit unserem modularen Baukastensystem für Automationsanwendungen ein Alleinstellungsmerkmal im Markt zu erreichen.
Dieses Baukastensystem deckt eine Vielzahl von Standard-Aufgaben der Automation ab, was es uns erlaubt, unsere Engineering-Expertise für kundenspezifische Anforderungen einzusetzen. Die Module sind so konzipiert, dass sie sich für komplett autonome Lösungen ebenso wie für Mensch-Maschinen-Kooperationen eignen. Dank ihrer Konfigurierbarkeit können sie an verschiedenen Maschinen und für unterschiedliche Tätigkeiten eingesetzt werden. Wie die Roboter von Universal Robots können unsere Module also sehr breit eingesetzt werden.

Welchen Traglastenbereich können Sie mit den Cobots von UR abdecken und sind grössere Geräte für weitere Anwendungen in Planung?
Mit den UR-Cobots lassen sich Traglasten von 3 kg (UR3), 5 kg (UR5), 10 kg (UR10) und 16 kg (UR16) abdecken; der Arbeits­radius reicht von 500 mm (UR3) bis 1300 mm (UR10). Da der Bedarf für Cobot-gestützte Anwendungen weiter zunimmt, werden zweifellos neue Modelle auf den Markt kommen. Man darf gespannt sein, mit was uns Universal Robots überraschen wird.
Wie schätzen Sie die Zukunft für Cobots ein?
Natürlich werden die Leistungsfähigkeit und der Funktionsumfang von Cobots in Zukunft optimiert werden. Viel wichtiger ist jedoch, dass die Bedienbarkeit weiter vereinfacht wird. Stichworte dazu sind KI und Fortschritte in der Sensorik, insbesondere im Bereich der Taktilität. So kann man sich vorstellen, dass es in Zukunft auch komplett ungeschulten Mitarbeitenden möglich sein wird, Cobots mittels Sensor-Kleidungsstücken – zum Beispiel mit einem Handschuh oder Mantel – zu bedienen, wobei keine Programmierkenntnisse notwendig sind. Cobot-Anwendungen können so noch schneller eingerichtet werden. Damit wird sich das Anwendungsspektrum nochmals markant vergrössern. Parallel dazu wird das Verständnis wachsen, dass Cobots keine Job-Killer, sondern Job-Aufwerter sind. Cobots werden ja hauptsächlich dort eingesetzt, wo es für Menschen zu gefährlich (Stichwort Arbeitssicherheit), zu monoton (Stichwort Arbeitsanreicherung) oder zu anspruchsvoll (Stichwort Qualitätssicherung) ist. Dies ist heute schon so und wird auch in Zukunft so sein.

Herr Bachmann, vielen Dank für das Gespräch.

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