Schweisszelle TruArc Weld 1000 von TRUMPF im Einsatz bei der zweifel metall ag.

Ausgabe 05 | 2021

Automatisiertes Schweissen ohne Einstiegshürden

TRUMPF Schweiz AG

Gibt es automatisierte Schweisszellen, die bereits bei Losgrösse 1 wirtschaftlich sinnvoll eingesetzt werden können? Ja, und zwar gelingt dies mit der TruArc Weld 1000 von Trumpf, welche die Einfachheit zum Prinzip erhoben hat.

Gute Schweisser sind schwer zu finden und dieses Problem wird sich in Zukunft noch verschärfen. Doch das ist nicht der einzige Grund, weshalb Firmen mit Schweissabteilungen einen Teil der Aufträge gerne automa­tisiert bearbeiten möchten. Ein weiterer Grund ist: Bei stundenlangem Schweissen lässt die Kon­zentration nach und darunter kann die Qualität erheblich leiden. Was viele potenzielle Abnehmer von Schweissrobotern und Schweisszellen allerdings von ­einem Kauf abhält, ist die Komplexität dieser Maschinen. Gerade für kleine Serien lohnt sich oft der Aufwand des Programmierens nicht. Ausserdem sind beim Programmieren vertiefte Kenntnisse der Schweisstechnik gefragt, was wiederum nach einem gut aus­gebildeten Schweisser verlangt.
Manch einer wird sich also schon gefragt haben: Warum gibt es keine automatisierte Schweiss­zelle, die einfach zu programmieren ist, viele Parameter bereits integriert hat und die trotz hohem Qualitätsanspruch in einem tiefen Preissegment angesiedelt ist?

«Eine solche Maschine will ich bei uns haben!»
Natürlich hat Andreas Zweifel sofort aufgehorcht, als Patrick Kühne, Kundenbetreuer bei TRUMPF Schweiz, ihm am Telefon von der TruArc Weld 1000 erzählte, einer automatisierten Schweisszelle, die all diese gesuchten Eigenschaften vereint. Noch am Telefon bestätigte der Geschäftsführer des Familienunternehmens zweifel metall ag in CH-8580 Amriswil: «Eine solche Maschine will ich bei uns haben!»
Kühne ist das Telefonat in ­guter Erinnerung geblieben: «Ich verkaufe ja nicht oft Maschinen direkt am Telefon», lacht er, «aber ich dachte mir schon, dass eine Schlosserei mit 14 Schweisstischen wohl Bedarf für eine automatisierte Lösung haben könnte, die ein derart gutes Preis-Leistungs-Verhältnis aufweist wie die TruArc Weld 1000.»

Durchgehende Einfachheit
Die Schweisszelle sticht aber nicht nur wegen der verhältnismässig tiefen Investitionskosten aus dem Schweiss-Portfolio von TRUMPF hervor. Die Firma, bekannt als Herstellerin von Lasern und Werkzeugmaschinen, hat in ihrem Portfolio einige Schweissmaschinen – Laserschweissmaschinen notabene. Bei der TruArc Weld 1000 ­handelt es sich aber um eine Lichtbogenschweissmaschine; die Schweissquelle stammt vom Hersteller Fronius. Des Weiteren ist die Schweisszelle ausgestattet mit einem 6-achsigen kollaborativen Roboter (Cobot), einem 3D-Schweisstisch, einer selbstreinigenden Absaugung, Umhausung mit Blendschutz, LED-Beleuchtung und Sicherheitstechnik auf TRUMPF Standard.
«Generell wurde bei der TruArc Weld 1000 darauf geachtet, dass ein gewohnt hoher TRUMPF Qualitätsanspruch eingehalten wird, verbunden mit einer durchgehenden Einfachheit», erklärt Patrick Kühne. Diese zeigt sich unter anderem in der Programmierung: Es ist eine Kombination aus intuitiver Bedieneinheit am Schweissbrenner sowie Einfachprogrammierung direkt an der Robotersteuerung für minimale Programmierzeiten. Ausserdem sind die Parameter für viele Schweissprogramme bereits hinterlegt.

Selbst bei Losgrösse 1 ­wirtschaftlich attraktiv
Das Ziel bei der Entwicklung der Schweisszelle war, dass Anwender die Maschine selbst bei kleinsten Losgrössen wirtschaftlich einsetzen können. Doch es kommt noch besser: Die Zelle kann oft einfache Teile selbst in Losgrösse 1 wirtschaftlicher schweissen als von Hand. Ein Referenzbeispiel zeigt, wie eine Konsole aus Baustahl mit fünf Schweissnähten in 329 s mit dem Roboter programmiert und dann geschweisst wird. Das ist 21 Prozent schneller als die Variante von Hand, die dafür 415 s brauchte.
Dass auch die Firma zweifel metall ag von der Effizienz des Roboters profitieren würde, stand daher ausser Frage – und zeigte sich schon sehr früh. Denn noch bevor die TruArc Weld 1000 in den Hallen der zweifel metall ag stand, kam eine Anfrage, die man wie bisher üblich mit Handschweissen berechnete. Da die neue Schweisszelle bei Auftragsbeginn aber schon in der Halle stand, schweissten man die Teile auf der TruArc Weld 1000. Der Zeitgewinn – inklusive Programmieren und Nacharbeit – betrug mehr als 50 Prozent, als in der ­Offerte berechnet! Zum Zeit­gewinn trägt auch bei, dass sich die Schweisszelle dank einer ausfahrbaren Trennwand in einen 2-Stationen-Betrieb verwandeln kann, sodass der Bediener hauptzeitparallel rüsten kann.

Aufstellen, fertig, los
Nicht nur das Programmieren der Maschine ist einfach, auch das Aufstellen. Neben einem QR-Code für eine halbstündige Schweissschulung – danach kann man bereits erste Schweissarbeiten programmieren –, klebt ein weiterer QR-Code an der Maschinenwand. Er ist verlinkt mit E-Learnings für die Inbetriebnahme. Denn auch hier gilt: Einfachheit ist der Grundgedanke, der sich durchzieht. Und so soll es auch möglich sein, ohne Servicetechniker von TRUMPF die Maschine selbst aufzustellen und in Betrieb zu nehmen, nur mit diesem Anleitungsvideo.
Mutet TRUMPF da den Kunden nicht zu viel zu? Patrick Kühne jedenfalls wollte es selbst erfahren. Als die Maschine angeliefert werden sollte, sagte er zu Andreas Zweifel: «Ich will nicht nur dabei sein, um zu sehen, ob das funktioniert, sondern werde euch die Maschine selbst hinstellen!» Gesagt, getan. Im «Übergwändli» stand der ehemalige Maschinenmonteur am Tag der Anlieferung da, und keine zwei Stunden später war die Maschine ausnivelliert, angeschlossen und betriebsbereit am vorgesehenen Ort. «Es gab keine Probleme. Da hat meine Firma wirklich nicht zu viel versprochen», freut sich Patrick Kühne.

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